Bock aufs Wandern – auf dem Walserweg von Langwies zum Conterser Schwendi

Ich öffne die Balkontür meines Zimmers im Waldhotel National… und wieder werde vom Sonnenschein und einem herrlichen Bergpanorama begrüßt. Kann ein Tag schöner beginnen? Und heute steht wieder wieder Wandern auf dem Programm. Aber zunächst einmal genießen wir das vorzügliche Frühstück mit Brötchen, die im Waldhotel frisch gebacken werden. Lecker…

Blick aus dem Hotelzimmer – Man hört die Berge förmlich rufen!

Nach dem Frühstück fahren wir mit der Rhätischen Bahn nach Langwies. Dabei überqueren wir wieder das imposante Langwieser Viadukt. Am Bahnhof Langwies endete ja gestern die  16. Etappe des Walserweges. Heute ist Etappe 17 geplant, die von Langwies nach Klosters führt. Was wir zu diesem Moment noch nicht wissen: witterungsbedingt werden wir etwas früher abbrechen und am Conterser Schwendi landen.

Mit der Rhätischen Bahn nach Langwies

Der Walserweg Graubünden führt in 19 Tagesetappen von San Bernardino im bündnerischen Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg. Der Weitwanderweg erstreckt sich auf historischen, naturnahen Wanderwegen über rund 300 km durch abgelegene Walser Gemeinden und Talschaften und ist mit der Routen-Nummer 35 signalisiert. (Quelle: Walserweg.ch)

Durch Langwies hinauf und dann parallel zur Kantonsstraße wandern wir zurück zum Sapüner Steg, den wir gestern schon bewundern konnten. Ab jetzt wird es wildromantisch. Fast wie in einer Klamm fühlt man sich auf dem alten Fussweg durch das wilde Fondeier Tobel. Der Weg führt ab jetzt stetig und steil bergauf. Immer am Fondeierbach entlang bis wir schließlich die ersten in typischer Walser Strickbauweise gebauten Holzhäuser am Stutz erreichen.

Fondeier Tobel
Walserhäuser in typischer Strickbauweise

Über dem prachtvollen Fondaier Hochtal zeigen sich die ersten Wolken. Wir werden Zeuge, wie schnell das Wetter hier in den Bergen umschlagen kann. Noch bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir das Berggasthaus Strassberg in dem wir Pause machen wollen. Zuversichtlich nehmen wir auf der Sonnenterasse Platz und genießen den einzigartigen Blick hinunter ins Tal, da wo wir hergekommen sind.

Die ersten dunklen Wolken ziehen auf…

Doch dann beginnt es zu regnen. Wir verziehen uns in die Gaststube, genießen regionale Spezialitäten und weil der Regen nicht nachlassen will, spielen wir Karten. Ciao Sepp, abgewandelt als Ciao Monika heißt das Spiel. Mau Mau mit etwas abgeänderten Spielregeln. So vergehen wohl zwei Stündchen bis es aufklart und wir weiter ziehen.

Der Berggasthof Strassberg…
… verwöhnt mit Bündner Spezialitäten

Was jetzt kommt, hat mich vollkommen geflasht. Wir wandern in Richtung Durannapass. Dabei halten wir uns zunächst wieder parallel zum Fondeierbach. Diesen Parallelweg verlassen wir dann und folgen der Beschilderung Richtung Grünsee. Es geht über ein Hochmoor bergauf. Der Grünsee liegt auf 2110 m Höhe! Herrlich klares Wasser und der inzwischen wieder kräftige Sonnenschein verleiten die ganz mutigen unter uns zum Baden. Allerdings scheint das Wasser zu erfrischend zu sein, denn lange halten es Milos und Andreas  nicht aus. Vanessa, Petra, Frank und ich strecken derweil die Beine aus und lassen die Seele baumeln. Gibt es schönere Orte auf der Welt? Bestimmt nicht viele.

Am Grünsee angekommen – die einen baden…
… die anderen ruhen und genießen das Panorama
Ist aber auch herrlich

Doch wieder eilen Wolken heran. Petra beschließt, dass wir vom Grünsee aus hinunter zum Conterser Schwendi laufen und uns dort ein Taxi abholen soll. Zuvor genießen wir noch einen zauberhaften Blick auf die Berge des Prättigaus. Über Obersäß und Untersäß geht es hinunter ins Tal. Diesmal bleiben wir nicht trocken aber Outdoorblogger sind gut ausgerüstet. So kann ich wenigsten meine Deproc Softshell mal im Regen testen. Funktioniert bestens, den halbstündigen Regenschauer hält die Jacke locker aus und ich bleibe trocken.

Das Prättigau liegt vor uns
Von der Sonne…
… in den Regen. Sorry, Selfies sind beknackt!

So kommen wir dann gut gelaunt am Conterser Schwendi an. Der Taxifahrer wartet bereits eine geraume Zeit. Wir dürfen ihm nicht sagen, dass wir noch eine Pause eingelegt hatten um das Endergebnis des EM-Spiels der Schweiz gegen Polen am Radio mitzuverfolgen. Leider ist an diesem Tag die Schweiz nach großem Kampf aus dem Turnier ausgeschieden.

Doch genauso schnell klart es auf – Regenbogen inklusive
Angekommen am Conterser Schwendi

Über Wald- und Forstwege fahren wir nun mit dem Taxi nach Davos-Klosters. Hier lassen wir den wunderschönen Tag im Silvretta Parkhotel ausklingen, in dem wir auch übernachten werden. Noch mehr Eindrücke dieser Wanderung der Extraklasse gibt es in diesem kleinen Video:

Fazit: Ich vergebe ihn nicht oft, den „Outdoorsucht-Faktor 5 Sterne“! Aber hier ist es wieder einmal so weit. Eine Wanderetappe der Extraklasse. Abwechslungsreich von wildromantisch bis idyllisch und mit beeindruckenden Panoramablicken. Dazu eine gemütliche Einkehrmöglichkeit am rechten Platz. Wanderherz, was willst du mehr? Ach ja, und wer sich über den Titel „Bock aufs Wandern“ wundert: die sprechenden Graubündner Steinböcke Gian und Giachen sind einfach Kult!

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Outdoor Blogger Codex Siegel

Diese Reise fand auf Einladung der Tourismusregionen Graubünden, Arosa Lenzerheide und Davos-Klosters statt und wurde von der Rhätischen Bahn sowie der Deutschen Bahn unterstützt. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung aber in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikeln, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.

 

Passend zur Wanderung (Amazon-Werbelink):

Mit von der Partie waren:

Vanessa von V´s World

Milos  von der Trendlupe

Andreas von Gipfelfieber und

Frank, Der Outdoor-Tester