Mein erstes Mal – Trekkingfeeling in der Pfalz

Beim Wandern ist mir an und für sich ein wenig Komfort wichtig. Ein gemütliches Zimmer zum Übernachten, ein leckeres Abendessen… Aber Trekking? So richtig spartanisch mit Zelt und Dosenfutter? Erinnert mich ein wenig an meine Zeit bei der Bundeswehr. Muss ich das wirklich nochmal haben? Und dann noch all die Fragen: Wo ist das erlaubt? Welche Ausrüstung brauche ich? Und, und, und…  Antworten bekam ich jetzt während einer Bloggerwanderung auf Einladung der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH.

Ich packe meine Koffer (Rucksack) und nehme mit…

Oh Gott, ich brauche ein Zelt! Wie schwer ist das? Wie klein lässt es sich verpacken? Ist das nicht zu teuer? Der Outdoorausrüster Maxtrader stellte mir dankenswerterweise das SKANDIKA Glacier Trek 2 und die selbstaufblasende Isomatte SKANDIKA Red Trek ultralight zur Verfügung. Das Zelt wiegt nur 2,3 kg – Die Isomatte 790 Gramm. Natürlich wird das ganze erstmal im heimischen Garten getestet und für gut befunden. Sogar meine Frau ist ganz angetan und kündigt an, beim nächsten Mal mitkommen zu wollen.

Im heimischen Garten – der Zeltaufbau hat geklappt!

Schlafsack? Na, ich habe ja noch meinen Bundeswehr Poncholiner. Der spart Platz im Rucksack und in Kombination mit meinem Hüttenschlafsack wird das bei den zu erwartenden Temperaturen ausreichen. Dazu noch Mikrofaserhandtücher, die sind sehr leicht und trocknen schnell.

Das soll da alles rein?

Und dann noch der übliche Kleinkram. Wechselklamotten, Stirnlampe, Plastikgeschirr, Kamera… Alles in allem summiert sich das Gewicht meines Rucksacks auf knapp 12 kg. Das sollte eigentlich gehen.

Es geht los!

Ich treffe mich mit den anderen Teilnehmern im Restaurant Max in Winnweiler. In diesem urigen Lokal, ehemals Turnhalle, gibt es einen Begüßungskaffee, Schnittchen und natürlich bekommen wir bekommen eine kurze Einweisung. Dann geht es aber auch schon los. Auf der ersten Etappe des Pfälzer Höhenweges wandern wir dem Trekkingplatz entgegen.

Viele bekannte Gesichter im Bistro Max
Los geht´s!

Trekking in der Pfalz – ein in Deutschland meines Wissens einzigartiges Konzept. Zusammen mit den Landesforsten hat man in der Pfalz Plätze ausgemacht, an welchen man zelten darf. Diese liegen zwar in der Nähe von Wanderwegen, sind aber von diesen aus nicht einsehbar. Erst wenn man einen dieser Plätze nicht (10  Euro je Zelt), bekommt man die genauen Koordinaten.

Wichtig: Auf jedem Zeltplatz stehen maximal 6 Zeltplätze zur  Verfügung! Auf den Bildern in meinem Bericht seht Ihr teilweise mehr Zelte. Im Rahmen der Veranstaltung wurde hier eine absolute Ausnahme gemacht!

Voll bepackt… Trekking ist nichts für Weicheier!

Jetzt macht sich bemerkbar, wie schwer 12 kg sein können, denn es geht stetig bergauf. OK, es sind ja insgesamt nur 7 Kilometer bis zum Trekkingplatz. Ich bin gut trainiert, das werde ich schon schaffen. Trotzdem: ein ganz klein wenig bin ich erleichtert als wir den Trekkingplatz erreichen. Viel gibt es hier nicht, aber doch irgendwie alles was man braucht. Tobias von der Pfalz Touristik weist uns kurz ein und danach herrscht rege Betriebsamkeit. Ich hatte mir lange Gedanken über den Zeltaufbau im Regen gemacht. Mit dem Skandika Glacier wäre das kein Problem gewesen. Man baut nämlich zunächst das wasserdichte Außenzelt auf und hängt dann das Innenzelt hinein.

Aber entgegen der Wettervorhersage regnet es heute nicht. Und so bin ich nach ca. einer halben Stunde mit meinem Werk sehr zufrieden. Die Isomatte bläst sich tatsächlich von ganz alleine auf, beim Probeliegen stellt sich ein zuversichtliches Gefühl ein.

Probeliegen – ich bin zufrieden

Natürlich begutachte ich auch die Behausungen meiner Mitwanderer. Wie viele verschiedene Trekkingzelte es doch gibt! Besonders beeindruckt hat mich Huberts Biwakvariante. Plane gespannt, Hängematte drunter – fertig. Das ist der Unterschied zwischen Zelten und Biwakieren erklärt er mir. Wenn alle vier Seiten geschlossen sind, ist es Zelten und außerhalb von dafür zugelassenen Plätzen verboten. Biwakieren jedoch ist quasi überall erlaubt solange man sich nicht auf ein Privatgrundstück verirrt. Aha!

Schnorres Bier und Kulinarisches vom Förster

Die Spannung steigt und ich freue mich tatsächlich ein wenig auf die kommende Nacht. Aber vorher erwartet uns Blogger noch eine besondere Überraschung. Wir wandern zur Kupferberghütte hinauf und erleben dort eine Bierprobe der besonderen Art. Schnorres, in lokales Craftbeer wird zur Verköstigung angeboten. Und man ist nicht knausrig. Die kredenzten Biere sind vorzüglich und mittlerweile glüht auch der Grill auf Hochtouren.

Bierprobe an der Kupferberghütte – mit herrlicher Aussicht!
Wohl bekomm´s!

Der, der uns gleich kulinarisch verwöhnen wird ist nicht etwa Koch sondern Förster. Dieter Gass heißt er und er betreut auch unseren Trekkingplatz. Dieter grillt auch nicht auf die herkömmliche Art sondern ist sehr kreativ. Wir lauschen gespannt seinen Erklärungen.

Cooking „Pfälzer Art“ – Förster Dieter Gass verwöhnt uns kulinarisch

Man muss schon etwas aufpassen um seinem „Pälzisch“ zu folgen. Irgendwie schnappe ich etwas von „Limburger im Wirsingmantel aus der Glut“ auf. Da ich in Limburg wohne, protestiere ich ein wenig. Aber der Limburger ist genauso lecker wie der Aschebraten oder die Katoffeln von der Murika.  Und natürlich passt dazu nicht nur Bier, sondern auch ein guter Wein aus der Pfalz.

Stimmungsvoller Abschluss
Alles Banane! (Und Schoko…)

Wer schwankt, hat mehr vom Weg

„Wer schwankt, hat mehr vom Weg“ lese ich im Gastraum der Kupferberghütte. Das ist doch mal ein schönes Motto denke ich mir. Und dann wandere ich zusammen mit den anderen im Schein unserer Stirnlampen nicht ganz ohne Schwanken zurück zum Trekkingplatz.

Schönes Motto 😉

Schnell ist das Lagerfeuer entzündet. Jemand hat noch Bier und Wein mit hierher gebracht. Es ist ziemlich kühl geworden und ich bin jetzt gar nicht mehr so sicher ob mich meine gewagte Poncholiner/Hüttenschlafsack-Kombination auch wirklich warm halten wird. Also bleibe ich noch ein wenig am wärmenden Lagerfeuer sitzen und denke mir: noch ein Bierchen kann nicht schaden. Karin holt ihre Gitarre hervor – eine tolle Überraschung! „The answer my friend, is blowin‘ in the wind…“ – genau so stelle ich mir Trekking-Romantik vor. Ob das diejenigen, die sich bereits in ihre „Schläuche und Kuppeln“ zurück gezogen haben, genauso sehen?

Ein zünftiges Lagerfeuer gehört natürlich dazu…
Gute Nacht liebe Blogger!
Doch noch nicht alle wollen schlafen

Aber irgendwann hat sich dann auch der letzte Hafensänger in seine Koje verzogen und für mich beginnt die zugegebenermaßen kurze und unruhige Nacht. Ich liege zwar warm und bequem, nehme aber Geräusche wahr, die ich von meinem heimischen Schlafzimmer her nicht kenne. Reißverschlüsse gehen auf und zu. Leute schleichen um die Zelte. Oder sind es etwa wilde Tiere? Und auch ich muss zweimal raus und Bier wegbringen. Ich achte sehr darauf, meine Schuhe im kleinen Vorzelt zu lassen um keinen Dreck“ins Haus“ zu bringen. Wie ich am nächsten Morgen bemerke, ist mir das aber nur zum Teil gelungen.

Aufbruch im Morgengrauen

Erneut werde ich von Rascheln geweckt. Brechen die anderen etwa schon ihre Zelte ab? Es ist doch noch so früh und richtig gemütlich hier im Zelt. Ich will noch schlafen! Nur noch ein viertel Stündchen! Aber da höre ich auch schon Geschirr klappern und das motiviert mich dann doch.

Raus aus „den Federn“

Das Kaffeewasser wird am Topf überm Lagerfeuer heißt gemacht… Pulverkaffee schmeckt lecker! lnsgesamt ein äußerst rustikales Frühstück. Aber in der freien Natur schmeckt es natürlich nochmal so gut. Und so stehen wir noch geraume Zeit ums Lagerfeuer herum. Das Zelt ist schnell verstaut, abbauen geht irgendwie doch schneller und dann ziehen wir „im Frühtau zu Berge“.

Der Kaffee ist fertig!

Oder besser gesagt hinab ins Tal. Dort werden wir von Sammeltaxis abgeholt. Nicht ganz stilecht, normalerweise müsste es ja mit vollem Gepäck auf Schusters Rappen weitergehen. Wir fahren jedoch zum Startpunkt der Teufelstour in Olsbrücken. Diese wird dann auch „teuflisch“, und ich bin doch ein ganz klein wenig froh, dass Zelt und Isomatte diesmal nicht mit von der Partie sind.

Mache ich das nochmal?

Gut möglich. Und wenn, dann in der Pfalz. Denn dort bin ich mir sicher, dass ich mich im legalen Rahmen bewege und das mit den Trekkingplätzen alles bestens ist. Zelt und Isomatte habe ich jetzt. Das Glacier Trek 2 ist sicherlich nicht die sogenannte „Benchmark“ unter den Trekkingzelten aber mir gefällt es, denn es ist leicht, praktisch und preisgünstig. Man könnte darin locker auch zu zweit übernachten. Vielleicht macht meine Frau ja ihre Ankündigung (Drohung?) wahr und drängt mich ein erneutes Mal zum Übernachten im Freien. Ich glaube, ich würde mich überreden lassen.

Infos zum Trekking in der Pfalz findet Ihr hier und wer einfach nur Wandern möchte, wir beim Wandermenü Pfalz bestimmt fündig.

Und natürlich empfehle ich Euch, nicht nur zu diesem Thema, die Blogs meiner Mitwanderer: Heikes Heimatwandern, Overland Tour, Der Entspannende, OutZeit Blog, Wanderwegewelt, Aktiv durch das Leben, Wanderlaus, Das fliegende Klassenzimmer, Sepp am Berg, Fußläufig erreichbar, Wandern mit Familie, lebedraussen, Ich… einfach unterwegs und Wandersüchtig.

Die ganze Bloggerbande auf einmal! Schön war´s!

Outdoor Blogger Codex Siegel

Zum Bloggerwandern wurden wir der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH eingeladen. Zelt und Isomatte habe ich von Maxtrader kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter und dem Outdoorausrüster hat meine Berichterstattung jedoch in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikel, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.




2 Kommentare

  1. Huhu Jörg,
    ein schöner Bericht ist es geworden. Wir haben zwar ein wenig gefroren in der Nacht, aber mit einer etwas besseren Ausstattung dahingehend werden wir gewiss auch wieder zelten gehen.
    Uns hat es sehr gut gefallen, vor allem das Aufwachen in der Natur, diese Stille und die aufgehende Sonne. Schön, dass wir das gemeinsam erleben durften 🙂
    Liebe Grüße aus dem Hunsrück
    Claudia

    1. Hallo liebe Claudia, es sollen ja gerade mal 3 Grad gewesen sein in dieser Nacht. Es war eine tolle Tour, das stimmt!

      Liebe Grüße an Anita und Dich!
      Jörg

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