Wandermenü Pfalz – die Teufelstour in Olsbrücken

Der Premiumwanderweg „Teufelstour“ ist eine 14,7 km lange „Fast-Rundwanderung“, die ihren Namen vom Teufelsstein, einem ehemaligen römischen Steinbruch bei Frankelbach, ableitet. Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH hatte zum #Bloggerwandern eingeladen und so durfte ich diese Tour Mitte September zusammen mit weiteren Bloggern in Angriff nehmen.

Kommt Euch bekannt vor? Richtig, das Wanderlogo durfte mit freundlicher Unterstützung durch den 1. FC Kaiserslautern verwendet werden

„Teuflische Anstiege und himmlische Aussichten“ prangt in großen Lettern auf der Infotafel am Parkplatz in Olsbrücken. Das ist ja mal eine Ansage, denke ich mir. Zum Glück habe ich meine Trekking-Utensilien, die ich beim Schnuppertrekking in der Pfalz gebraucht hatte, im Transporter gelassen. Und so lauschen wir gespannt den Ausführungen des Verbandsbürgermeisters Harald Westrich und den Ankündigungen unseres Wanderführers Mario Marx. Es wird gleich mit einem steilen Anstieg beginnen. Na, dann mal los.

Infotafel am Parkplatz Olsbrücken
Bürgermeister Harald Westrich und Wanderführer Mario Marx weisen uns ein

Am Start ist es noch etwas neblig, doch je weiter wir den ersten Anstieg der Teufelstour hinauf wandern, desto stahlender zeigt sich die Sonne und wir haben die ersten wunderschönen Aussichten. Nach ca. 2 km erreichen wir die Grillhütte Frankelbach und jetzt ist es an der Zeit, sich überflüssiger Softshelljacken zu entledigen. Wir können getrost im T-Shirt weiter wandern.

Der Nebel lichtet sich

Über idyllische Wald- und Wiesenwege erreichen wir dann schließlich den Teufelsstein. Hier machen wir Trinkpause und lauschen den Geschichten unseres Wanderführers Mario Marx. Noch im 19. Jahrhundert wurde der Ort für eine keltische Opferstätte gehalten. So ist ein Altar sichtbar, der im Volksmund „Jungfrauenbett“ genannt wurde. Außerdem ein Blutbecken mit einer ca. 10 cm breiten Blutrinne – schaurig!

Wanderer kannst du  ohne Grau´n, diese tiefen Rinnen schau´n, drinn das Blut der Opfer quoll, und die Schrift geheimnisvoll. (aus einem Gedicht des Bosenbacher Pfarrers Christian Böhmer, anno 1874)

Schaurige Geschichten – der Opferstein…

Spätere Forschungen ergaben jedoch, dass es sich hier nicht um eine Kultstätte, sondern um einen römischen Steinbruch aus dem 3. / 4. Jahrhundert handelt. Nicht weniger interessant! Und der Felsen wäre in Vergessenheit geraten, hätten nicht die Frankelsteiner Initiative ergriffen und den Platz in Gemeinschaftsarbeit zu neuem Glanz gebracht. Nun stehen hier interessante Infotafeln, einladende Picknickbänke und kunstvolle Schnitzereien.

Alles über den Teufelsstein

Gut, dass ich am Teufelsstein noch einmal etwas getrunken habe. Denn nun kommt er: nach einer kurzen Bergab-Passage erwartet uns ein wahrhaft teuflischer Anstieg von ca. 180 Höhenmetern am Stück. Ok, ja, ich bin da schon andere Dinge gewohnt und auch unserem Himalaya-erprobten Wanderführer Mario treibt das Bergauf-Stück nicht einmal Schweißperlen auf die Stirn. Kein Wunder, zieht er doch normalerweise zu Trainingszwecken hier einen Autoreifen hinter sich her! Aha…

Immer den Berg hinauf

Für uns Flachlandtiroler ist der Anstieg aber schon mal ein Wort. Und so bin auch ich froh, als wir oben am Steinbruch Sulzbachtal ankommen. Einige Meter weiter erreichen wir einen freie Fläche, von der aus wir bis zum Donnersberg schauen können. Dort oben haben wir gestern Abend noch gesessen und uns Schnorres-Bier einverleibt!

Himmlische Aussicht auf den Donnersberg

Weiter geht es nach Eulenbis. Dort wollen wir das Beerewein-Museum besuchen. Beerewein? Welche Beere wohl? Himbeere, Brombeere, Erdbeere… Spekulationen greifen um sich. Aber zunächst einmal empfängt uns eine echte Majestät. „Janina die I.“ ist amtierende Beerewein-Königin. Ortsbürgermeister Ulrich Stemmler begrüßt uns und Museumsführer Arnold Jung lüftet endlich das Geheimnis: bei den „Beere“ handelt es sich um BIRNEN! Beere ist also Pfälzisch (nicht zu verwechseln mit Saarländisch – Insider) und hier wird der Wein aus einer speziellen Birnensorte, der „Frankelbacher Orsborner Mostbirne“ hergestellt. Diese Birne ist in ihrer Urform weniger zum Verzehr geeignet. Als Wein aber, oder als Obstbrand, eine echte Delikatesse! Und natürlich dürfen wir uns davon überzeugen. Wir stärken uns mit Pfälzer Spezialitäten, bekommen eine super interessante Führung im Museum

Janina die I. und Bürgermeister Ulrich Stemmler empfangen uns
Des Rätsels Lösung: Beere!

Dann müssen wir uns leider auch schon wieder von den vielen netten Leuten hier verabschieden. Überhaupt: die Menschen in der Pfalz haben mich mit ihrer offenen, gastfreundlichen Art begeistert. Wir raffen unsere sieben Sachen zusammen und wandern auf der Teufelstour weiter dem Sulzbachtal entgegen. Es geht nun überwiegend bergab. Das ist auch gut so, denn der Beerewein hat schon ein wenig eingeschlagen.

Wir durchqueren eine Landschaft vulkanischen Ursprungs. Mario hat natürlich noch ein paar interessante Erklärungen zu den „Vulkanen am Wegesrand“ parat. Und kurz vor Schluss müssen wir uns sputen, denn nun zieht Regen auf. Wir erreichen aber noch fast trocken die Bushaltestelle in Untersulzbach.

Relax!

Hier werden wir schließlich abgeholt. Mario macht natürlich noch den „Fast-Rundweg“ zum Rundweg und wandert weiter. Himalaya-Training halt. Nachdem wir Blogger die letzte Nacht im Zelt verbracht haben, freuen wir uns auf ein gemütliches Hotelzimmer im Otterberger Hof in Otterberg. Das Hotel ist Qualitätsgastgeber „Wanderbares Deutschland“. Ich falle ins Bett… woran es lag? Ob an der Teufelstour, am Beerwein, an dem guten Abendessen oder an der anschließenden Weinprobe des Weingutes Bergdolt-Reif & Nett lag? Man weiß es nicht…

angekommen am Ottersberger Hof
Endlich ein gemütliches Bettchen!

Auf der Teufelstour war ich nicht allein unterwegs! Natürlich empfehle ich Euch, nicht nur zu diesem Thema, die Blogs meiner Mitwanderer: Heikes Heimatwandern, Overland Tour, Der Entspannende, OutZeit Blog, Wanderwegewelt, Aktiv durch das Leben, Wanderlaus, Das fliegende Klassenzimmer, Sepp am Berg, Fußläufig erreichbar, Wandern mit Familie, lebedraussen, Ich… einfach unterwegs und Wandersüchtig.

Zum Bloggerwandern habe ich noch zwei weitere Berichte verfasst. Der erste berichtet von der Mehlinger Heide, der größten Heide Süddeutschlands. Der zweite beschreibt das Trekkingfeeling in der Pfalz.

Die ganze Bloggerbande auf einmal! Schön war´s!

Outdoor Blogger Codex Siegel

Zum Bloggerwandern wurden wir der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH eingeladen. Für die unentgeltliche Unterkunft, für die schmackhafte Verpflegung und für Bier- sowie Weinprobe meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung jedoch in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikel, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.




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