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Ein Goldticket, acht Touren und unerwartete Geschichten

Posted on Februar 28, 2026 By admin 5 Kommentare zu Ein Goldticket, acht Touren und unerwartete Geschichten
Ausflugsziele, Featured, Neue Artikel

Als die deutschen Athletinnen und Athleten Medaille um Medaille gewannen, wurde aus einer simplen Idee ein kleines Abenteuer: Für 19,90 € gab es die ProbeBahnCard Gold, und an Tagen nach einer deutschen Olympia‑Goldmedaille durfte man im Fernverkehr kostenlos durch Deutschland reisen. Ich startete in Limburg, packte Rucksack und Notebook ein und machte mich auf zu einer Reihe von Touren, die mich quer durchs Land führten — jede mit eigenem Tempo, eigenen Überraschungen und eigenen Erinnerungen.

Bahnplakat
Ein tolles Angebot der Deutschen Bahn – ich hab die ProbeBahnCard Gold genutzt

Tour 1 — München: Weißwurst, Märkte und ein Vormittag voller Farben

Der frühe Zug brachte mich nach München. Noch vor Mittag saß ich in einem Restaurant Nähe Viktualienmarkt mit Weißwurst und süßen Senf. Die Stadt wirkte an diesem Tag wie ein offenes Museum: die Residenz mit ihren prunkvollen Sälen, der Friedensengel, der über die Isar blickt und der Englische Garten, in dem Spaziergänger und Radfahrer Erholung suchten und wohl auch fanden. Besonders eindrücklich war, wie schnell sich ein Nachmittag in eine kleine Entdeckungsreise verwandelte. Ein spontaner Bummel durch Marktstände, ein kurzer Halt an einem Brunnen, ein Gespräch mit einem Standbetreiber über regionale Käsesorten. Am Abend fuhr ich zurück, zufrieden mit einem Tag, der sich wie ein Kurzurlaub anfühlte.

Weißwürste und Bier auf einem Gastwirtschaftstisch
Weißwurstfrühstück in München
Hofgarten München
Im Hofgarten
Lustige Tafel
Solchen Humor mag ich

Tour 2 — Baden‑Baden statt Würzburg: Wenn Plan B zum Highlight wird

Eigentlich war Würzburg geplant, doch Verspätungen und Zugausfälle brachten mich schließlich nach Baden‑Baden. Die Stadt empfing mich mit mildem Wetter und einer Altstadt, die zwar ein Stück vom Bahnhof entfernt liegt, dafür aber mit Charme und Ruhe punktet. So nahm ich den Bus, schlenderte durch das Bäderviertel, trank Kaffee am Leopoldsplatz und ließ mich vom Flair der Kurstadt treiben. Besonders das Friedrichsbad und die römischen Badruinen gaben dem Tag eine fast zeitlose Note. Ideal, um die Hektik des Alltags auszublenden.

Wegweiser in Baden-Baden
Baden-Baden
Leopoldsplatz Baden-Baden
Am Leopoldsplatz
Friedrichsbad Baden-Baden
Das Friedrichsbad

Tour 3 — Köln: Regen, Museum und eine Bratwurst als Trostpflaster

Köln war ein wetterbedingt kurzer, aber thematisch passender Stopp: das Sport‑ und Olympiamuseum füllte den regnerischen Nachmittag mit Geschichten von Athletinnen und Athleten, Exponaten und interaktiven Stationen. Nach dem Museum ein Spaziergang am Rhein, eine Bratwurst am Dom — und die Erkenntnis, dass ein verregneter Tag im richtigen Museum zu einem der besten Tage werden kann. Die Stadt zeigte sich trotz Nieselregen lebendig und gastfreundlich.

Möwe am Rhein
Die Möwe will wohl auch zum Sport- und Olympiamuseum
Dirk Nowitzki Statue Deutsches Sport- und Olympiamuseum
Nowitzki in Lebensgröße
Lahntal - Wandern für die Seele von Jörg Thamer
In einer Kölner Buchhandlung – mit Stolz entdeckt!

Tour 4 — Ulm: Donauidylle, Fischerviertel und langsames Ankommen

Ulm war die Einladung zum Entschleunigen. Statt den Turm des Münsters zu erklimmen, ließ ich mich durch das Fischerviertel treiben, aß in der Lochmühle zu Mittag und setzte mich an die Donau, um einfach zu schauen. Solche Touren sind weniger von Sehenswürdigkeiten als von Momenten geprägt: ein Sonnenstrahl auf dem Wasser, spielende Kinder am Ufer, das Gespräch mit der Kellnerin über die schönsten Attraktionen im Fischerviertel. Genau diese kleinen Pausen machten die Tour besonders.

Lochmühle Fischerviertel Ulm
Die Lochmühle im Fischerviertel
Fischerviertel Ulm
Idylle im Fischerviertel
Astronomische Uhr Ulm
Die astronomische Uhr
Entspannung an der Donau
Entspannung an der Donau

Tour 5 — Erfurt: Mittelalter, Festung und Horchgänge mit Gänsehaut

Erfurt überraschte mich mit einer dichten Mischung aus Geschichte und urbaner Lebendigkeit. Die Krämerbrücke ist ein bekanntes Postkartenmotiv, aber der Dom und die Zitadelle Petersberg mit ihren geheimen Horchgängen waren für mich die eigentlichen Highlights. Bei einer Führung durch die Festung spürte ich förmlich die Geschichte unter meinen Füßen. Der Blick über die Stadt in der Nachmittagssonne war ein Moment, der lange nachwirkte. Erfurt zeigte, wie gut sich Kultur, Architektur und Wissenswertes verbinden lassen.

Krämerbrücke Erfurt
Krämerbrücke
Erfurter Dom
Hinauf zum Dom
Erfurt-Schriftzug an der Zitadelle Petersberg
Schriftzug an der Zitadelle
Zitadelle Erfurt - Blick auf die Stadt
Blick von der Zitadelle

Tour 6 — Nürnberg: Kulinarik, Dürer und ein Bahnhof, der einlädt

Nürnberg war Neuland und eine der größten positiven Überraschungen. Vom Bahnhof aus lief ich direkt in die Fußgängerzone, probierte „drei im Weckla“ und verlor mich in der Geschichte der Kaiserburg. Das Dürer‑Haus und das Museum in der Kaiserburg gaben Einblicke, die über die üblichen Touristenpfade hinausgingen. Besonders angenehm: der Bahnhof mit warmen Sitzbereichen und sauberen Einrichtungen — ein guter Startpunkt für einen entspannten Tag in einer sehenswerten Stadt.

Heilig-Geist-Spital Nürnberg
Sehenswert – das Heilig-Geist-Spital an der Pegnitz
Kaiserburg Nürnberg
Die Kaiserburg
Henkersteg Nürnberg
Henkersteg

Tour 7 — Würzburg: Alte Mainbrücke, Festungspanorama und Begegnungen in der Stadt

Würzburg zeigte sich mir als lebendige Mischung aus Flussstadt, Weingenuss und historischem Panorama. Auf der Alten Mainbrücke drängten sich Menschen mit gefüllten Weingläsern, während ich selbst einfach das Treiben beobachtete und die Stimmung aufsog, bevor ich den Anstieg zur Festung Marienberg in Angriff nahm. Dort öffnete sich über den Weinbergen ein weiter Blick über die Stadt. Später führte mich ein Abstecher in den Weltladen, wo ich ein freundliches Gespräch mit einer Verkäuferin hatte. Ein Moment, der sich genauso einprägte wie der Blick von der Festung oder das bunte Leben auf der Brücke.

Blick von der Alten Mainbrücke zur Festung Marienberg Würzburg
Blick von der Alten Mainbrücke zur Festung Marienberg
Blick auf Ulm und den Main
Blick auf Würzburg und den Main
Weinberge an der Festung Marienberg - Blick auf Ulm
Durch die Weinberge ging es von der Festung wieder hinunter

Tour 8 — Hamburg als Abschluss: Hafen, Speicherstadt und ein Bier im Schellfischposten

Die Nordtour begann mit technischen Problemen auf der Strecke, die mich eigentlich nach Bremen aber dann doch nach Hamburg führten. Aus der Not wurde ein Gewinn: die Speicherstadt, der Hafen und schließlich ein spontaner Besuch im Schellfischposten. Dort, bei einem Bier, traf ich auf Einheimische und Reisende, die Geschichten austauschten — genau solche Begegnungen machen Bahnreisen so besonders. Die Kneipe war urig, die Gespräche herzlich, und das Gefühl, einfach irgendwo gelandet zu sein, war befreiend. Maritime Atmosphäre und die Gelegenheit, die Touren noch einmal gedanklich durchzugehen: welche Städte überraschten, wo ich länger bleiben wollte, welche Verbindungen reibungslos funktionierten und wo es hakte.

Elbphilharmonie Hamburg
In aller Munde – Jetzt habe ich die Elbphilharmonie auch mal gesehen
Fischmarkthalle Hamburg
Im Hafenviertel hat sich eine Menge getan
Schellfischposten Hamburg
Und da habe ich ein Bier getrunken! Nein… Ina war leider nicht vor Ort

Praktische Erkenntnisse aus acht Touren mit der ProbeBahnCard Gold

  • Flexibilität zahlt sich aus — Ungeplante Umwege führten zu den besten Geschichten.
  • Arbeiten im Zug funktioniert — Kostenloses Internet und Ruhebereiche machten das mobile Arbeiten produktiv.
  • Bahnhofsqualität variiert stark — Sauberkeit, Sitzgelegenheiten und Öffnungszeiten sind entscheidend für die Stimmung vor Ort.
  • Kulinarik als Reiseführer — Lokale Spezialitäten sind oft der schnellste Weg, eine Stadt zu verstehen.
  • Reiseausrüstung — Rucksack, wetterfeste Jacke, Powerbank und ein kleines Notizbuch sind Gold wert.

Die Zugbegleiter‑Momente: Drei Originaltöne, die ich nie vergesse

„die goldene“ — Ein kurzer Ausruf, der die ProbeBahnCard Gold fast wie ein magisches Objekt erscheinen ließ

„gesehen und akzeptiert“ — Trocken, pragmatisch, perfekt für einen chaotischen Umstiegstag. Ein Satz, der die Bahn‑Realität auf den Punkt bringt.

„hätte ich auch machen sollen, ach ne, ich fahr ja ständig Zug“ — Gelassenheit pur. Ein Lacher, der die entspannte Professionalität vieler Zugprofis zeigt.

Diese Sätze waren kleine Highlights, die meine Touren begleiteten und oft genau das richtige Maß an Humor und Pragmatismus lieferten.


Fazit: Mehr als Freifahrten — eine Einladung zum Entdecken

Die ProbeBahnCard Gold war für mich nicht nur ein Sparangebot, sondern ein Schlüssel zu spontanen Entdeckungen, ungeplanten Begegnungen und vielen kleinen Abenteuern. Technische Pannen und Verspätungen gehören dazu, doch gerade sie machten die Touren lebendig. Wer neugierig ist, flexibel bleibt und Zeit mitbringt, kann aus solchen Freifahrten eine Reihe unvergesslicher Touren machen.

Und du? Welche Stadt würdest du als erstes ansteuern, wenn du plötzlich eine Freifahrt durch Deutschland hättest?

Schlagwörter: BahnCard Deutschland Hamburg München ProbeBahnCard Reise Städtetrip

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5 thoughts on “Ein Goldticket, acht Touren und unerwartete Geschichten”

  1. Lutz sagt:
    Februar 28, 2026 um 4:23 p.m. Uhr

    Na, da hast du ja alles gegeben. Schön zu lesen.

    Antworten
    1. Jörg sagt:
      Februar 28, 2026 um 5:30 p.m. Uhr

      Ja, 8 x Gold, 8 Städtetouren… mehr ging nicht! Gebe es zu, nach der dritten Fahrt hatte ich einen kleinen Durchhänger. Aber zum Glück haben die deutschen Athleten da auch eine Pause eingelegt. Liebe Grüße!

      Antworten
  2. Hubert sagt:
    März 1, 2026 um 10:02 a.m. Uhr

    Mega!

    Bei mir waren es „nur“ Feierabendtouren, da das Wochenende der Freundin gehört und an einem Tag auch schon zu Hause in Stuttgart eine Veranstaltung geplant war.

    Aber es hat sich trotzdem sehr gelohnt. Bei mir war es vor allem das alte Bekannte wiedersehen, dass die Fahrten so toll gemacht hat. Und immerhin drei (Haus-) Brauereien.

    Riegele und Lars in Augsburg, Eulchen und Marco in Mainz, barfüßer mit Sepp in Ulm und ãppelwoi und Schnitzel mit grüner Soß mit Karsten in Frankfurt.

    Und die 40 EUR für die 1. Klasse war mir das wert.

    Antworten
    1. Jörg sagt:
      März 1, 2026 um 11:32 a.m. Uhr

      Augsburg hatte ich auch in der näheren Auswahl… die Stadt kenne ich so noch gar nicht. Ich hatte zweite Klasse gewählt und trotzdem bis auf eine Ausnahme immer einen schönen Sitzplatz. Die Bahn ist besser als ihr Ruf.

      Liebe Grüße, Jörg

      Antworten
  3. Diana Jordan sagt:
    März 18, 2026 um 6:11 a.m. Uhr

    Schöne Geschichten Danke dafür, Jörg. Ich bin inzwischen autolos und viel mit dem Deutschlandticket unterwegs.

    Antworten

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