Auf dem Dach des Rhein-Lahn-Kreises: Der Vogtei Rundwanderweg

Wer spektakuläre Pfade und atemberaubende Aussichten erwartet wird enttäuscht sein. Dennoch hat der Vogtei Rundwanderweg seinen eigenen Charme. Vor allem wer die Ruhe und die Natur liebt, wird sich hier wohl fühlen. Und den einen oder anderen netten Panoramablick gibt es auch. Die Berge des Rheingaus, des Taunus und des Hunsrücks sind immer wieder mal zu sehen.

Übersichtstafel mit Flyern – nicht nur am Start, auch unterwegs gibt es mehrere davon
Die Tour ist durchweg gut ausgeschildert

Ich starte die Tour am Parkplatz „Sportplatz Welterod“ (N 50° 07.432  E 007° 54.073). Auf einer Wandertafel kann man sich hier noch Informationen holen. Und es gibt genügend Flyer zum Mitnehmen. Den Waldrand entlang und ein kurzes Stück durch den Wald schlendere ich bis zum Ziegenkopf. Mit 485 m über NN ist er die höchste Erhebung des Rhein-Lahn-Kreises und gleichzeitig der höchste Punkt des Rundwanderweges.

 

An der Grillhütte Welterod genieße ich einen schönen Ausblick auf die Dörfchen Welterod und Strüth. Im Anschluss wandere ich am NSG Wacholderheide entlang und erfreue mich an den bizarren Wacholderbüschen. Die nächste Rastmöglichkeit bietet sich an der Grillhütte Strüth und danach geht es nach Strüth hinunter. Hier findet man das Kloster Schönau welches der Rundwanderung den Namen gegeben hat. Denn die Wurzeln der Region, der „Vogtei“, sind hier zu finden. Im Kloster gibt es eine Schenke, die ist aber leider nur Sonntags geöffnet.

Die Wacholderheide
Viel los ist hier nicht, da ist ein Wanderer schon mal eine Sensation
Das Kloster Schönau

 

 Ich durchquere das ruhige Dörflein und nun geht es wieder bergauf. Es geht zunächst über freies Feld an einem Aussiedlerhof vorbei bevor der Weg dann wieder in den Wald hinab eintaucht und auf seinem tiefsten Punkt eine kleine Landstraße überquert. Im Flyer steht: „Es geht durch ein wildreiches Gebiet, wo dem Wanderer auch Tagsüber Rehe über den Weg springen“. Und hier passiert dies tatsächlich auch zum ersten Mal. Doch wie auch bei einer weiteren Begegnung mit dem Rotwild hatte ich hier meine Kamera nicht schnell genug griffbereit.

 

Nun befinde ich mich schon im Bereich der Gemarkung Lipporn. Auch hier gibt es wieder eine schöne Grillhütte und die eine oder andere schöne Aussicht. Vom Hof Waldeck geht es wieder relativ steil bergab, man geht an idyllischen Fischteichen vorbei, überquert die Kreisstraße und marschiert dann wieder durch den Wald hinauf (hier sehe ich das zweite Reh). Es folgen zwei Schilder die zu einer keltischen Schanze und einer alten Burg weisen, beide Punkte sind aber nicht unbedingt sehenswert. Es sei denn, man ist „Geocacher“ ;-). Überhaupt gibt es auf dieser Runde einige dieser modernen Schätze zu entdecken.

Aussicht und Rast am ehemaligen Hof Rödel
Das hat durchaus seinen Reiz

 Am Ende des Waldes erwartet einen die wohl schönste Fernsicht der Wanderung. An der Wüstung Rödel gibt es eine Bank auf der man sie genießen kann. Nun nur noch ein wenig bergauf und dann geht es wieder schnurstracks dem Sportplatz entgegen. Die Gesamtlänge des Weges ist mit 19,5 km angegeben, ich habe es durch die Verlockungen der unweit platzierten Geocaches mal wieder auf rund 25 km gebracht. Auf die Idee gekommen, auf dem Vogtei Rundwanderweg zu wandern bin ich durch den Wanderführer Taunus und Rheingau, den es übrigens zur Zeit auf GEWUM! Geocaching, Wandern und mehr… zu gewinnen gibt.

Die „Zielgerade“ – auf dem Weg zurück zum Sportplatz

Fazit: Outdoorsuchtfaktor 3 Sterne, denn es hat Spaß gemacht. Sicherlich, die ganz großen Attraktionen fehlen. Aber die Runde ist schlüssig, durchweg gut beschildert und bietet Naturfreunden und Ruhesuchenden eine ganze Menge. Hier kann man prima „die Seele baumeln“ lassen.

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