Malerweg Etappe 4 – über die Schrammsteine bis Neumannmühle

Es war also kurz nach zwei als wir die dritte Etappe des Malerweges in Altendorf beendet hatten. Jetzt noch einen großen Teil der Etappe 4 dranhängen? Als Abholpunkt war der Lichtenhainer Wasserfall verabredet. Nun hatten wir zwei Möglichkeiten: eine Abkürzung durch das Kirntzschtal oder der reguläre Weg über die Schrammsteine. Letztere Variante hat dann doch den Zuschlag bekommen. Schließlich sind die Schrammsteine ein echtes Highlight auf dem Malerweg und das wollten wir nicht verpassen.

13,7 km in diesem schwierigen Gelände, um 19:00 Uhr wollen wir spätestens am Lichtenhainer Wasserfall sein. Knapp 5 Stunden, da kann man nicht mehr lange trödeln. Also nehmen wir die Beine in die Hand und es geht hinunter, den Altendorfer Bach entlang durch die idyllische Dorfbachklamm. Nach zwei Kilometern geht es dann vor der Ostrauer Mühle wieder sehr steil bergauf. Eine schweißtreibende Angelegenheit. Doch am „großen Schrammsteintor“ angekommen, wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben.

Angekommen am großen Schrammsteintor

Denn diese Ansicht ist schon sehr imposant. Über Treppen und Leitern geht es nun die Schrammsteinaussichten entlang. Nicht auszudenken, wenn wir diesen Teil des Weges verpasst hätten! Es erwartet uns ein ca. 1,5 km langer Gratweg mit imposanten Blicken ins Elbsandsteingebirge. Gerne hätten wir uns hier noch länger Zeit gelassen aber wie eingangs erwähnt saß uns die Zeit im Nacken. Der Plan, die acht Etappen in sechs Tagen zu erwandern hat auch Nachteile.

Schrammsteinaussichten – über Treppen und Leitern

Und nun kommt das nächste Problem auf uns zu. Mein heruntergeladener Track stimmt nicht mit der Beschilderung überein. Darüber hinaus lesen wir Warnschilder, dass die „Heilige Stiege“ zur Zeit gesperrt ist. Aber wo die ist, wissen wir nicht… hmm… jetzt den falschen Weg wählen wäre fatal denn dann würden wir unweigerlich in die Dunkelheit laufen. Wir entschließen uns dem Track zu folgen und wie wir später erfahren, verpassen wir dadurch den Carolafelsen.

Auf dem Weg hinunter ins Kirnitzschtal

Aber beim „kleinen Dom“ treffen wir wieder auf die Ausschilderung. Eine vorher unbeabsichtigte Abkürzung die es uns aber ermöglicht, um 19:00 Uhr am Treffpunkt zu sein. Nun wandern wir überwiegend bergab durch den Wald und haben von Zeit zu Zeit tolle Blicke auf die Brosinnadel und die Affensteine.  So erreichen wir schließlich den Beuthenfall von wo aus es nur noch ein Katzensprung bis zum Lichtenhainer Wasserfall ist.

Blick auf die Brosinnadel
Einfach irre!

Wir wandern die Straße entlang, erfreuen uns an dem nostalgischen Anblick der Kirnitzschtalbahn, rufen unseren Abholer an und haben am Lichtenhainer Wasserfall kurz vor 19:00 Uhr sogar noch die Möglichkeit, ein alkoholfreies Weizenbier zu genießen. Alles richtig gemacht! Dadurch, dass wir diesen Teil der Etappe 4 direkt an die Etappe 3 angeschlossen haben, haben wir jetzt über 30 Tageskilometer in den Beinen. Das ist bei diesem Gelände ganz schön heftig. Am nächsten Tag steht der Rest der Etappe 4 und die komplette Etappe 5 auf dem Programm. Danach werden wir wieder „im Soll“ sein und die letzten drei Etappen des Malerweges wie empfohlen angehen können.

Lichtenhainer Wasserfall
Der Wasserfall ist künstlich und wird nur zu festgelegten Zeiten gezogen

Nächster Morgen, gleiche Stelle. Unser Fahrer hat uns wieder zum Lichtenhainer Wasserfall gebracht. Bis zum offiziellen Ende der 4. Etappe, der Neumannmühle, sind es gerade mal 4 Kilometer. Das ist doch entspannt zu machen, oder? Aber am „Kuhstall“ gibt es wieder eine Menge zu entdecken. Wir schreiten durch die imposante Felsenhöhle, erklimmen die Himmelsleiter und genießen eine tolle Aussicht! Vom Fels geht es nun auf einem anderen Weg wieder hinunter und wir sind begeistert von den Felsformationen.

Der „Kuhstall“ – eine beeindruckende Felsenhöhle
Die Himmelsleiter hinauf

So langsam kommt mir der Gedanke, dass wir uns heute doch wieder beeilen müssen. So machen wir uns dann auf dem Weg durch den Wald hinab zur Neumannmühle. Dort angekommen haben wir durch den Umweg über die Himmelsleiter schon wieder über 5 Kilometer auf dem Tacho. Hier endet die vierte Etappe. Die Neumannmühle ist sehenswert und so halten wir uns dort auch wieder länger auf als geplant. Aber dazu mehr im Bericht zur 5. Etappe.

Vom Kuhstall hinunter zur Neumannmühle

Fazit: Wer den Malerweg erwandert, sollte die vierte Etappe auf keinen Fall verpassen. Für uns gehört sie, zusammen mit der zweiten Etappe, zu den „5 Sterne – Touren“ auf dem insgesamt tollen Malerweg. Gespickt mit Highlights wie der Schrammsteinaussicht, dem Kirnitzschtal, dem Lichtenhainer Wasserfall und der Felsenhöhle „Kuhstall“ (inklusive Abstecher auf der Himmelsleiter) hat sie uns tierischen Spaß bereitet. Und für alle, die bewegte Bilder sehen möchten hier noch das Video zum Blogbeitrag. Nehmt Euch einfach mal die 10 Minuten!





Übernachtet haben wir übrigens im Hotel Weißer Hirsch in Hohnstein! Hier wird eine Wanderpauschale angeboten, bei der man jeden Morgen zum Start gebracht und Abends am Ziel der Etappe abgeholt wird. Sehr praktisch! Noch mehr Malerwegberichte? Die findet Ihr hier und auch im Blog vom HappyHiker!

 

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