Erinnert ihr euch noch an unseren Bericht vom letzten Mal? Da endete unser großes Rhön-Abenteuer nach drei wunderschönen Tagen auf dem höchsten Berg Hessens, der Wasserkuppe. Genau dort, wo die Segelflieger in den Himmel steigen und wir die Reise damals beenden mussten, beginnt nun ein neues Abenteuer. Wir sind endlich zurück, der Rucksack ist gepackt und die Wanderschuhe sind geschnürt. Vor Britta, Dirk, Doris und mir liegen die restlichen Abschnitte dieses genialen Fernwanderwegs Hochrhöner im „Land der offenen Fernen“ – voller spektakulärer Aussichten, geschichtsträchtiger Pfade und echter Highlights!


⛰️ Etappe 4 (Teil 1): Von der Wasserkuppe zur Enzianhütte
Unser neues Abenteuer startet gegen 14:00 Uhr mit der Anreise mit dem Bus von Fulda aus. Bevor wir die Stiefel das erste Mal so richtig fordern, erkunden wir natürlich erst einmal ausgiebig die bekannten Sehenswürdigkeiten oben auf der Wasserkuppe. Besonders das Fliegerdenkmal hat es uns angetan. Doch der Trail ruft, und so machen wir uns auf die Socken und folgen dem gut markiertem Premiumwanderweg Hochrhöner.

Gerade haben wir den richtigen Schritt gefunden, da wartet schon die erste Überraschung auf uns. Die gemütliche „Getränkequelle“ bei Abtsroda taucht genau zur richtigen Zeit auf und sorgt für die perfekte Erfrischung bei bester Laune. Hier wird heimisches Bier, sowohl mit als auch ohne Alkohol, frisch gekühlt auf Vertrauensbasis verkauft. So wandert es sich gleich viel leichter weiter und die Vorfreude auf unsere Wanderung steigt.


Am Abend dann ein echtes Highlight. Als wir an der Enzianhütte ankommen, finden wir eine freie Terrasse mit herrlichem Blick auf die Rhön vor. Die Übernachtung auf der wunderschön gelegenen Enzianhütte ist einfach ein Traum. Echtes Hüttenfeeling, ein leckeres Abendessen und ein Panorama, das man so schnell nicht vergisst, runden diesen ersten Tag perfekt ab. Was freuen wir uns auf morgen!



🥖 Etappe 4 (Teil 2): Steile Pfade und das Comeback der Milseburghütte
Das Frühstück auf der Enzianhütte ist perfekt für einen guten Start in den Wandertag. Greift hier unbedingt beim Brot zu, denn das schmeckt super lecker und liefert die perfekte Energie für den Tag. Die brauchen wir auch, denn nach dem Start geht es zunächst einmal knackig und steil bergab. Wie Ihr Euch denken könnt, bleibt das aber nicht lange so.



Denn schon bald steht der sportliche Aufstieg zur geschichtsträchtigen Milseburg an. Viele Wanderer sagen ja, die Milseburg wäre der allerschönste Berg der gesamten Rhön, und dem können wir uns nach diesem Tag voll und ganz anschließen. Erst recht, weil die Milseberghütte nun endlich wieder geöffnet ist und zu einer wohlverdienten Rast einlädt. Und ganz oben: Was für eine Aussicht!


Von nun an wird es auf dem Wanderweg merklich ruhiger. Nach einer entspannten Rast am Lothar-Mai-Haus genießen wir die tiefe Stille der Natur um uns herum. Wir wandern gemütlich in das beschauliche Gotthards hinein, wo wir uns im gastfreundlichen Rhönhof hervorragend von den Kilometern erholen. Ein schöner Biergarten, saubere Zimmer und kroatische Speisen runden den Tag ab.



🪑 Etappe 5: Schaukelbänke und die besten Alternativen
Die Übernachtung im Rhönhof hat richtig gutgetan, sodass wir frisch erholt auf die fünfte Etappe starten können. Der Weg verlangt uns allerdings auch gleich wieder eine ganze Menge ab und bringt uns ins Schwitzen. Ein Schild am Wegrand mit der Aufschrift „Gott sei dank, gleich kommt ne Bank“ spricht uns in diesem Moment komplett aus der Seele. Zum Glück kommt sie dann auch schon bald.


Nach den anfänglichen Anstrengungen wandern wir mit wunderschönen Aussichten auf die umliegende Rhön Schritt für Schritt weiter. Und dann erholen wir uns ausgiebig auf einer genialen, neu errichteten Schaukelbank und genießen danach den weiten Ausblick vom Habelberg. Schließlich schlendern wir glücklich nach Tann hinunter.



Nach einem wohlverdienten Eis auf dem gemütlichen Marktplatz beziehen wir unser Zimmer im Hotel Steakhouse. Da dieses heute leider Ruhetag hat, weichen wir für das Abendessen auf die Pizzeria La Porta aus. Das stellt sich als richtig tolle und leckere Alternative heraus, die uns einen wunderschönen Abend beschert.


🧙♂️ Etappe 6: Gänsehaut und die Begegnung mit dem Rhönpaulus
Nach dem guten Frühstück im Hotel Steakhouse wandern wir auf der sechsten Etappe weiter. Es geht zunächst einmal durch das idyllische Tann leicht bergab, bevor es natürlich auch gleich wieder bergauf führt. Die Apfelweingaststätte am Dietgeshof hat leider noch geschlossen, aber die herrlichen Weitblicke über grüne Wiesen und gelbe Felder entschädigen uns vollkommen.


Der anschließende Grenzübergang nach Thüringen hat für mich eine ganz besondere, emotionale Bedeutung. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, als hier auf beiden Seiten die Welt durch die Grenze einfach zu Ende war. In Andenhausen entdecken wir einen Kioskautomaten, und wenn man nebenan klingelt, kann man sogar Bier kaufen und bekommt obendrein einen spannenden Einblick in die Zeit vor der Wende, als der Ort noch Sperrzone war.



Das geschichtsträchtige Gebäude am Katzenstein sorgt danach für ein wenig Gänsehaut. Einst von den Nazis errichtet und später von der Stasi genutzt, befindet sich heute ein Hotel darin, was irgendwie eine gruselige Vorstellung ist. Über die Wüstung Mückenhof und den Waltersberg geht es zum nächsten Highlight auf den Gläserberg, von wo aus wir nach Dermbach hinunterwandern, erstmals dem berühmten Räuber Rhönpaulus begegnen und im gleichnamigen Hotel übernachten – nicht ohne uns vorher in der Metzgerei gegenüber eine echte Thüringer gegönnt zu haben.



🌧️ Etappe 7: Dem Regen getrotzt und Schlafen wie im Wald
Heute steht eine relativ kurze Etappe an, was unseren Beinen nach den letzten Tagen ganz recht kommt. Nach dem sehr guten Frühstück im Rhönpaulus wandern wir zunächst gemütlich auf dem Radweg an der Straße entlang in Richtung Glattbach.


Direkt in Glattbach erwischt uns zum ersten, aber leider nicht zum letzten Mal am heutigen Tag ein Regenschauer. Aber da es auf dieser Etappe wirklich sehr viele Unterstände gibt, bleiben wir wie durch ein Wunder die ganze Zeit trocken. Auf den Spuren des legendären Rhönpaulus wandern wir weiter hinauf zu seiner Höhle, die inzwischen allerdings verschüttet ist.



Durch die wunderschöne „Wiesenthaler Schweiz“ mit ihren fantastischen Aussichten geht es schließlich nach Bernshausen. Hier finden wir in der „Grünen Kutte“ eine absolut tolle Übernachtungsmöglichkeit, bei der unser Bett optisch an das Design von Schutzhütten angelehnt ist. Das passt perfekt zum heutigen Tag und das Abendessen schmeckt uns nach dieser Tour besonders gut.



🌊 Etappe 8: Das große Hochrhöner Finale in Bad Salzungen
Der letzte Tag unserer Hochrhöner-Etappenwanderung bricht an. Nachdem wir in der „Grünen Kutte“ übernachtet haben, schauen wir uns als Erstes die namensgebende Bernshäuser Kutte an, einen fast 50 Meter tiefen, faszinierenden Erdfallsee. Man könnte den See zwar umrunden, aber da wir heute einige Kilometer vor uns haben, sparen wir uns das auf.


Auf den folgenden sechs Kilometern geht es recht gemütlich hinauf zum Pleß. Der Berg wurde früher militärisch genutzt und der alte Radarturm später zu einem Aussichtsturm umgebaut, der genau wie die Hütte heute aber leider geschlossen ist. Immer nah an der Grenze des Standortübungsplatzes geht es danach nach Langenfeld hinunter, erst auf idyllischen Pfaden und dann auf einem breiten Weg durch ein wunderschönes Wiesental, wo ein Bier zur rechten Zeit kommt.



Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Bad Salzungen, wo wir mit etwas Wehmut das offizielle Hochrhöner-Tor durchschreiten. Was für eine tolle Etappentour, auf der wir unheimlich viel gesehen und erlebt haben! Nach einem kurzen Stadtbummel und einem leckeren Abendessen im „Kartoffelkäfer“ verbringen wir die Nacht in der Pension Morgenweck, bevor es morgen mit der Bahn wieder nach Hause geht.



ℹ️ Der Hochrhöner (Teil 2): Infobox & Übernachtungs-Tipps
🛌 Unsere Unterkünfte & Einkehrmöglichkeiten am Hochrhöner
Damit ihr eure Wanderung auf dem zweiten Teil des Hochrhöners perfekt planen könnt, haben wir hier unsere Unterkünfte, Einkehrschwünge und Highlights für euch zusammengefasst.

- Enzianhütte (Etappe 4): Traumhafte Berghütte mit wunderschöner Aussicht und leckerem Essen. Unser Geheimtipp: Das frisch gebackene Brot beim Frühstück ist der absolute Wahnsinn!
- Rhönhof, Gotthards (Etappe 4): Gemütliche und gastfreundliche Pension im beschaulichen Gotthards – perfekt zum Erholen nach den ersten steilen Höhenmetern.
- Hotel Steakhouse & Pizzeria La Porta, Tann (Etappe 5): Komfortables Hotel direkt in Tann. Da das Steakhouse am Anreisetag Ruhetag hatte, waren wir in der Pizzeria La Porta essen – eine wirklich leckere und gemütliche Alternative!
- Hotel Rhönpaulus, Dermbach (Etappe 6): Benannt nach dem berühmten Räuber der Rhön. Hier gibt es ein sehr gutes Frühstück. Pflichtprogramm vor dem Check-in: Eine echte Thüringer Bratwurst vor Ort genießen!
- Zur Grünen Kutte, Bernshausen (Etappe 7): Ein absolutes Highlight! Die Zimmer sind im genialen Schutzhütten-Design gestaltet, das Abendessen ist hervorragend und die Gastgeber sind super herzlich.
- Pension Morgenweck & Kartoffelkäfer, Bad Salzungen (Etappe 8): Gemütliche Pension für die letzte Nacht vor der Heimreise mit der Bahn. Den erfolgreichen Abschluss feiert man am besten beim deftigen Abendessen im Restaurant Kartoffelkäfer.
🥤 Verpflegungs-Stopps am Wegesrand
- Getränkequelle bei Abtsroda: Eine tolle, selbstgemachte Station mit kühlen Getränken – rettet euch genau zur richtigen Zeit vor dem Aufstieg.
- Kioskautomat & Bierverkauf, Andenhausen: Am Kioskautomaten gibt es Snacks. Wenn ihr nebenan klingelt, könnt ihr kühles Bier kaufen und bekommt von den Einheimischen spannende Geschichten aus der damaligen DDR-Sperrzone erzählt.
- Langenfeld: Hier gibt es ein wohlverdientes, kaltes Bier kurz vor dem offiziellen Ende der Tour.

🎯 Unsere Must-Sees auf der Strecke
- Milseburg: Für uns völlig zurecht einer der schönsten Berge der Rhön mit der tollen, wiedereröffneten Milseberghütte.
- Gläserberg & Habelberg: Fantastische Aussichtspunkte mit weiten Blicken über das „Land der offenen Fernen“ und gemütlichen Schaukelbänken.
- Grenzübergang nach Thüringen & Katzenstein: Orte mit tiefer Geschichte, die zum Nachdenken anregen und ein bisschen Gänsehaut garantieren.
- Bernshäuser Kutte: Ein beeindruckender, fast 50 Meter tiefer Erdfallsee direkt am Wegesrand bei Bernshausen.



Unsere komplette Hochrhöner Tour auf komoot
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