Neues erwandern, Gastfreundschaft erleben – die Ferienregion Pulvermaar

Nur etwas über eine Stunde Fahrt und ich bin da – in der Ferienregion Pulvermaar. Aber bislang war diese Region  für mich wandertechnisch gesehen noch Neuland. Und wer weiß: hätte Herbert Peck nicht mich und einige Bloggerkollegen und -kolleginnen eingeladen die Gegend um das Pulvermaar zu erkunden, vielleicht wäre ich nie hingefahren.

Bloggertour in der Ferienregion Pulvermaar

Und da hätte ich etwas verpasst! Denn die sanften Hügel und die idyllischen Wälder, die blauen Maare und die Vulkane, die hervorragende Gastronomie und nicht zuletzt die liebenswerten Menschen… das ist ohne Frage einen Besuch in diesem Teil der Vulkaneifel wert. Die Menschen dort lieben ihre Heimat. Das konnte man bei allen unseren Begegnungen spüren. Und ich kann das jetzt nachempfinden.

Der Auftakt

Und auch die Gastfreundschaft ist es, die diese Region und ihre Menschen ausmacht. Das durften wir gleich am Freitag Abend erleben. Nachdem wir unser modernes Quartier in der Ferienwohnung Ackermann in Ellscheid bezogen hatten, trafen wir uns mit den Ortsbürgermeistern und anderen interessierten Akteuren in der Villa Maare in Gillenfeld. Hier erfahren wir viel über das Wanderwege- und Tourismuskonzept der Region. Vor allem aber kommen wir bei hervorragender Bewirtung durch das Team der Villa Maare ins Quatschen. Schon bald fühle ich mich zuhause. Und so steigt die Vorfreude auf die morgige Wanderung.

Ferienwohnung Ackermann (Haus Christel)

Wandern rund ums Pulvermaar

Die Wettervorhersage für den heutigen Samstag ist eher mittelprächtig. Aber das kann einen echten Wandersmann nicht schrecken. Nach dem Frühstück im Landhotel Gillenfelder Hof setzen wir unsere Rucksäcke auf, wandern direkt von dort aus los und erreichen nach kurzer Zeit das Pulvermaar. Fast kreisrund liegt es zu unseren Füßen. Das Pulvermaar ist ein Maar der Superlative. Mit einer Wassertiefe von 72 Metern ist es das tiefste Maar der Vulkaneifel und somit auch einer der tiefsten Seen in Deutschland. 700 Meter Durchmesser und gut 38 ha Wasserfläche – auch das ist eine Benchmark für die Maare der Vulkaneifel (Quelle: Wikipedia)

Start in Gillenfeld
Das Pulvermaar

Auf dem Kraterwall wandern wir ein Stück um das Maar gelangen schließlich zum „Strohner Märchen“. Das hat jetzt nichts mit den Gebrüdern Grimm zu tun, sondern hier steht „Märchen“ als Verniedlichungsform für ein kleines Maar. Wie das Pulvermaar war auch das Strohner Märchen früher mal ein Kratersee, ist aber schnell verlandet. Heute kann man dort ein Hochmoor finden. Auch hier kann man wunderbar wandern, erklärt uns Herbert.

„Kraterwanderung“

Wir aber wandern zunächst einmal hinunter zum Ufer des Pulvermaares und von dort aus einen schönen gemütlichen Wanderweg am Maar entlang. Doch dann geht es recht steil hinauf zum Feriendorf Pulvermaar.  Hier erwartet uns Herr Dr. Frank Fetten mit einem interessanten und unterhaltsamen Vortrag zum Vulkanismus in der Region. Wir erfahren, warum manche Steinchen, welche man hier am Wegesrand findet, von Magneten angezogen werden, das der Vulkan nur schlummert und vieles mehr.

Das Pulvermaar – einer der tiefsten natürlichen Seen Deutschlands
Dr. Frank Fetten in seinem Element

Allen, die etwas über die Geologie der Region erfahren wollen, lege ich das Video von Waldrian TV ans Herz:

Na ja, er wird ja nicht gerade an diesem Wochenende ausbrechen. Wir verabschieden uns von Herrn Dr. Fetten und wandern weiter. Leider ist der Regen inzwischen stärker geworden. Am Leubach entlang geht es bis nach Ellscheid wo uns Ortsbürgermeister Dieter Ackermann zu einem kleinen Dorfrundgang erwartet.

Durchs Mürmes

Von Ellscheid aus wandern wir nun hinunter ins Naturschutzgebiet Mürmes. Das „Mürmes“ ist ein Flachmoor mit bis zu vier Meter dicken Torfschichten und idylllischen Teichen. Dieser Teil  der Wanderung gefällt mir richtig gut.

Durchs Mürmes

Und dann kommt mein großer Auftritt denn nun werde ich zum Fernsehstar. Thomas von Waldrian TV bittet mich hier um ein Interview. Natürlich willige ich ein und freue mich, dass ich nicht zu viel Unfug von mir gegeben habe:

Und dann geht es auch schon wieder bergauf. Die Bloggerwandergruppe hat sich inzwischen ziemlich auseinandergezogen. Noch ein letzter Anstieg und was dann kommt, hat uns wohl alle überrascht:

Der Eifelstopp

Denn hier in „The Middle of Nowhere“ auf einen mobilen Wander- und Erlebnistreff zu stoßen, das hatte ich nicht so erwartet. Peter Lauer hat sich mit seinem Eifelstopp einen kleinen Traum erfüllt. Als ehemaliger Berufssoldat wollte er sich nach der Pensionierung nicht auf die faule Haut legen, sondern etwas sinnvolles tun, was ihm aber auch Spaß machen sollte. Dem passionierten Wanderer fielen beim Wandern in der Pfalz die Hütten des Pfälzer-Wald-Vereines auf und er dachte sich: „Wir haben hier bei uns in der Eifel die schönsten Wanderwege – warum gibt es so etwas bei uns in unserer Region eigentlich nicht?“

Am Eifelstopp

Und als Mann der Tat wollte er das ändern. Er kaufte sich einen mobilen Imbisswagen und steht seit dem mit seiner Frau regelmäßig am Pflanzgarten. Dort bietet er regionale Spezialitäten an. Fast schon legendär sind seine „Eifel-Tapas“, die allerdings eher zufällig kreiert wurden als er Gästen kostenlos ein paar übrig gebliebene Speisen anbieten wollte. Und, was ihm besonders wichtig ist: es wird hier kaum Müll produziert! Das Einweg-Geschirr des Eifelstopps besteht ausschließlich aus biologisch abbaubarem Material.

Wir Blogger jedenfalls sind begeistert von seinem Konzept und wären gerne noch länger sitzen geblieben. Aber Herbert ruft zum Aufbruch.

Rund um das Holzmaar

Denn er möchte uns noch das Holzmaar zeigen. Das liegt ganz in der Nähe des Pflanzgartens und so geht es natürlich auch zu Fuß dort hinunter. Hier am Holzmaar lässt es sich ganz entspannt und gemütlich wandern. Wir spazieren den Määrchen Naturwaldpfad entlang und genießen die Farbenvielfalt des Oktobers. Auch oder gerade Familien mit Kindern werden hier ihren Spaß haben. Denn auf dieser 4 Kilometer langen Themenwanderung gibt es so einiges zu entdecken. Leider drängt uns die Zeit ein wenig und so verabschieden wir uns schweren Herzens vom Holzmaar und wandern wieder hinauf zum Eifelstopp.

Am Holzmaar

Besuch im Ziegenhof

Besonders gespannt bin ich auf den Besuch des Vulkanhofes in Gillenfeld. Der seit 1961 bestehende und ehemalige Kuh-Milchbetrieb wurde im Jahre 1995 komplett auf Ziegenhaltung umgestellt. Eine Käserei wurde angegliedert. Ein für die Vulkaneifel ungewöhnliches Konzept. Aber durchaus erfolgreich.

Da kuckst du, gelle?

Und so leuchten vor allem die Augen der weiblichen Bloggerinnen als wir den großen, gut durchlüfteten Stall betreten. So viele süße Ziegen und Zicklein! Später dürfen wir noch beim Melken zuschauen und uns von der Qualität der Produkte überzeugen. Mein eindeutiger Favorit: die Eifelpraline! Mit Ziegenkäse verfeinerte Pralinen… davon habe ich vorher noch nie gehört und ich war skeptisch. Aber der Geschmack überzeugt mich!

Die Eifelpraline – Lecker!

Der Ziegenhof bietet solche Hofführungen für Gruppen, Vereine und Busunternehmen an. Empfehlenswert!

Treffen mit Sven Nieder

Herbert machte es den ganzen Tag über sehr spannend. Irgendetwas von einem „Überraschungsgast“ hatte ich aufgeschnappt. Und so bleibt zunächst ein Platz frei als wir uns zum Abendessen im Landgasthof Gillenfeld niederlassen.

Kurze Zeit später des Rätsels Lösung: Der, der uns da beehrt ist Sven Nieder. Sven Nieder ist Fotograf, Filmemacher, Autor und Verleger… hab ich noch etwas vergessen? Unter anderem hat er schon beeindruckende Projekte in Grönland realisiert. Seine große Liebe  aber, das hört man deutlich heraus, ist seine Heimat: die Vulkaneifel. Beeindruckend seine Bildbände, inspirierend seine Texte.

Sven Nieder präsentiert uns seine Bücher

Und so klingt der Abend im Landgasthof Gillenfeld unterhaltsam aus. Wieder haben wir einen dieser Menschen kennengelernt: heimatverbunden und offen, kommunikativ und gastfreundlich.

Die Strohner Lavabombe und das Vulkanhaus

Sonntag Morgen, der letzte Tag unserer Reise ist angebrochen. Wir frühstücken in der Villa Maare. Auch hier ist der Enthusiasmus der jungen Inhaber zu spüren. Und so schauen wir uns auch gerne noch ihre Ferienwohnungen an. Hier lässt es sich aushalten. Die Villa Maare liegt direkt am Maare-Mosel-Radweg. Praktisch!

Von Gillenfeld aus fahren wir nun nach Strohn. Die eigentlich geplante kurze Wanderung fällt leider dem Regenwetter zum Opfer. Aber diese Lavabombe, die wir vor Ort in Strohn sehen, ist schon imposant. Kurz darauf aber die Richtigstellung. Der große Basaltbrocken ist niemals wirklich geflogen und daher keine echte Lavabombe. Ein  echtes Expemplar findet man aber direkt daneben. Und die ist mit einem Gewicht von 1,46 Tonnen auch schon ganz schön beeindruckend.

Die „Lavabombe“ in Strohn

Beeindruckend geht es dann auch im Vulkanhaus Strohn weiter. Eine gute Schlecht-Wetter-Alternative. Hier ist unter anderem eine 6 Meter breite und 4 Meter hohe Lavaspaltenwand zu sehen, welche hier ganz in der Nähe entdeckt und für das Museum umgesiedelt wurde.

Im Vulkanhaus Strohn

Und zum Abschluss… besuchen wir noch einmal den Eifelstopp! Die Eifel-Tapas…. hmmmm!

Fazit

Eine informative und interessante Bloggerreise liegt hinter mir. Das Wanderwetter war uns nicht unbedingt hold. Von daher hier leider keine vor Sonnenschein strotzenden Hochglanzbilder. Aber die Landschaft ist durchaus abwechslungsreich und erwandernswert! Und die Menschen… liebenswert und offen wie sie sind, kann man ihren Enthusiasmus für die Heimat spüren und nachempfinden. Neues erwandern, Gastfreundschaft erleben – das macht Lust auf ein Wiedersehen!

Bis hoffentlich bald!

Disclaimer und Blog-Empfehlung

Outdoor Blogger Codex Siegel

Diese Reise fand auf Einladung von Herbert Peck unter Mitwirkung verschiedener Akteure der Ferienregion Pulvermaar statt. Unterkunft, Verpflegung und Eintrittsgelder wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Diese Vergünstigungen haben meine Berichterstattung aber in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikeln, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.

Mit von der Partie waren: Anita und Claudia von Aktiv durch das Leben, Hans-Joachim von Anders Wandern, Frank Der Entspannende, Jürgen von Wanderwegewelt und Thomas von Waldrian TV. Allesamt liebenswerte und geschätzte Bloggerkollegen und -kolleginnen deren Blogs ich Euch wärmstens empfehle.

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Literatur und Geschenkideen zur Region

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