Von Meran an den Gardasee – idyllische Waalwege und zauberhafte Burgen

In sechs Tagen von Meran an den Gardasee wandern? Dieses Projekt hatten wir uns für die schönste Zeit des Jahres vorgenommen. Und wie es mit dem Urlaub so ist: man freut sich das ganze Jahr darauf und wusch, ist er vorüber. Was bleibt, sind tolle Erinnerungen an knapp 135 abwechslungsreiche und eindrucksvolle Kilometer. Zu viel um alles in einen Blogbeitrag zu quetschen. Deshalb möchte ich über diese Reise in drei Teilen berichten. Der erste führt Euch von Meran bis nach Kaltern – über idyllische Waalwege und vorbei an zauberhaften Burgen.

Immer Richtung Süden…

Der Urlaub beginnt ja bekanntlich mit der Anreise. Diese haben wir so organisiert, dass wir noch einen großen Teil des Samstages in Meran verbringen können. Und da waren die Gärten von Schloss Trauttmansdorff unser Ziel. Diese haben wir 2012 schon mal besichtigt, hatten aber viel zu wenig Zeit. Diesmal haben wir mehr davon und schlendern gemütlich durch das Museum und die vier Themengärten. Waldgärten, Sonnengärten, Wasser- und Terassengärten und natürlich auch durch die Landschaften Südtirols.

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff – herrlich!
Im Museum
Wassergärten

Diese wollen wir ja in den nächsten Tagen ausgiebig erwandern. Und als wir gerade dabei sind, dem Zauber dieser schönen Gärten erliegen, werden wir von einem Gewitter in die Realität zurück gerufen. Mit Bangen denken wir an die bevorstehenden Wanderkilometer. Was, wenn uns ein solch heftiges Gewitter unterwegs erwischt? Aber nach Regen folgt bekanntlich Sonnenschein. Und der ist ab jetzt unser ständiger Begleiter. Bis hinunter zum Gardasee werden wir keinen Tropfen Regen mehr zu spüren bekommen.

Da braut sich was zusammen
Aber noch sind wir auf der trockenen Seite
Landschaftsgenuß pur
Nebelwald

Am Abend checken wir dann im City Hotel Merano ein. Normalerweise liegen ja „Vier-Sterne-Hotels“ etwas über unserem Budget. Aber dank Eurohike, dem Reiseveranstalter über den wir die Reise gebucht haben, kommen wir nun auch mal in den Genuß etwas eleganter und moderner zu wohnen. Und das mitten in Meran! Pünktlich um 18:00 Uhr begrüßt uns ein Mitarbeiter von Eurohike zum Informationsgespräch und wir bekommen unsere Reiseunterlagen ausgeteilt.

Modern eingerichtet und geräumig – die Zimmer im City Hotel Merano
Luxus für den Körper

Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück beginnt es endlich: unsere großes Abenteuer #merangardasee. Unter diesem Hashtag kann man das ganze via Twitter, Facebook und Instagram verfolgen. Wir geben unsere Koffer an der Rezeption ab. Ein Mitarbeiter von Eurohike wird sie zu unserem nächsten Ziel, dem Landhotel Kreidhof in Nals, bringen. Nur mit einem Tagesrucksack zu wandern ist schon angenehmer. Vor einigen Jahren haben wir den Meraner Höhenweg von Hütte zu Hütte erwandert und hatten das Gepäck für 6 Tage und Nächte auf dem Rücken. Diesmal also die Komfortvariante.

Das Abenteuer beginnt!

Nun geht es auf Schusters Rappen durch Marling hinauf zum Marlinger Waalweg. Waalwege sind eine Besonderheit Südtirols. Sie führen an den Bewässerungsgräben für die Apfelplantagen und Weinberge entlang und sind deshalb gemütlich zu gehen. So auch der Marlinger Waalweg, auf dem an diesem Sonntag bei herrlichem Wetter auch schon reger Betrieb herrscht. Doch je weiter wir uns von Meran entfernen, umso ruhiger wird es. Wir genießen das Plätschern des Wassers, die tollen Aussichten (vor allem die zurück in Richtung Meran – gigantisch) und die Sonne. Die Landschaft ist eine Komposition aus Wald, Wein und Apfelplantagen. Das macht richtig Lust auf mehr.

Auf den Waalwegen wandert es sich recht gemütlich

Wusstet Ihr schon, was eine „Waalschelle“ ist? Schon aus der Ferne hören wir das regelmäßige Läuten einer Glocke. Wir kommen näher… von einem kleinen „Mühlrad“ betrieben schlägt ein Hämmerchen auf eine Glocke. Auf einer Tafel steht geschrieben:

Die Waalschell hell erklingt solang das Wasser rinnt, und bleibt es einmal aus, muss der Waaler aus dem Haus.

Das Glöckchen dient also als Alarmmaßnahme. Läutet es mal nicht mehr, stimmt etwas mit der Bewässerung nicht. Wieder etwas dazu gelernt.

Die Waalschell…
…und des Rätsels Lösung

Wir sind inzwischen auf dem „Brandiswaalweg“ und nähern uns Lana. Aber zuvor machen wir noch einen Abstecher zum Wasserfall. Hier stürzt sich der Brandisbach mit Getöse in die Tiefe. Die Luft ist feucht – eine willkommene Erfrischung.

Laubengänge aus Wein
Immer wieder Aussichten
Vorbei an Fels
Der Brandisbach rauscht mit Getöse in die Tiefe

Hinter Lana geht es steil hinauf nach Tisens. Und von dort aus über das Kapellchen St. Christoph zur Burgruine Kasatsch. Hier liegt unser Etappenziel Nals vor uns. Im Landhotel Kreidhof nehmen wir unsere Koffer in Empfang. Da das Hotel selbst keine Speisen anbietet, essen wir im Ort im Restaurant Figl. Sehr zu  empfehlen! Die Südtiroler Küche ist mega lecker! Um Abends nicht  lange suchen zu müssen, haben wir die Option „Halbpension“ gebucht. Diese beinhaltet jeweils mindestens ein Dreigang-Menü.

Apfelplantagen
Zur Ruine Kasatsch
Dort liegt unser Etappenziel Nals vor uns

Bei einem Glas Wein lassen wir den Abend auf dem Balkon des Kreidhofes ausklingen und denken zurück. Toll, was wir schon am ersten Tag der Wanderung alles gesehen und erlebt haben.

Kreidhof – Blick von unserem Balkon
Da oben haben wir gewohnt
Abschied nehmen

Tag 2 führt uns dann von Nals bis nach Kaltern, genauer gesagt nach Oberplanitzing. Vom Kreidhof aus geht es zunächst zurück ins Dorf und dann relativ steil durch den Wald hinauf zum Wanderweg Nr. 5. Wir befinden uns übrigens gleichzeitig auf einem der Jakobswege. Schon bald können wir bis nach Bozen blicken. Dieser Blick auf die Stadt und die umliegenden Bergmassive zieht uns von nun an immer öfter in seinen Bann.

Der Weg von Nals hinauf…
…wird mit einem ersten Blick Richtung Bozen belohnt

Aber auch  auf unserer Seite gibt es Berge zu bewundern. Nicht ganz so hoch aber ebenso steil. In Andriano angekommen gibt uns eine Tafel wichtige Tipps für den Fall, dass wir einem Bären begegnen.

Wenn Sie einem Bären begegnen, machen Sie mit möglichst natürlichem Reden auf sich aufmerksam und ziehen Sie sich langsam zurück!

Besser, man liest es sich mal durch

Oha, was sagen wir dem Bären bloß? Ihn zu fragen, was er zum Mittagessen hatte, wäre ja wohl falsch. Doch erst einmal bewundern wir eine Wolfsgrube. Über den Burgenweg und den Kreideturm erreichen wir schließlich die Burg Hocheppan, welche imposant auf einem Felsen thront. Hier gönnen wir uns ein alkoholfreies Weizen und eine Polenta, bevor wir die kleine Burg erkunden und erneut fasziniert in die Ferne schauen.

Blick auf den Kreideturm
Burg Hocheppan
Traumhafte Aussicht
Wir erkunden die Burg
Die ist einfach malerisch
Die Kapelle auf dem Burggelände

Kurze Zeit später fühlen wir uns an unsere Wanderungen in der Sächsischen Schweiz erinnert. Es geht, teils seilgesichert und über Treppen bergab und bergauf bis wir schließlich an der Burg Baymont angelangen. Diese ist leider heute nicht geöffnet. Aber trotzdem können wir durch die Schießscharten ein paar Blicke ins Innere erhaschen.

Über steile Treppen
Ausblicke auf idyllische Dörfer
Burg Boymont
Lädt zum Rasten ein

Ein Höhepunkt steht noch aus. Kurz vor Oberplanitzing durchwandern wir das Gebiet der sogenannten Eislöcher. Durch das kühle Klima findet man hier auf einer Meereshöhe von ca. 500 Metern Pflanzen, die normalerweise nur in alpinen Regionen zu finden sind.

Zu den Eislöchern
Alpine Vegetation

Fast direkt am Ortseingang von Oberplanitzing erreichen wir dann unsere heutige Unterkunft, das Hotel Masatsch. Ein äußerst interessantes Haus, welches von der Lebenshilfe betrieben wird. Hier begegnen sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Die Zimmer sind auf dem modernsten Stand und natürlich ist das Hotel barrierefrei. Schon an der Rezeption wurden wir besonders herzlich empfangen und diese Herzlichkeit setzte sich während unseres gesamten Aufenthalts im Hotel fort. Daumen hoch!

Come together – das Motto des Hotel Masatsch

Zwei von unterschiedlichen Landschafts-Charakteren geprägte Wandertage liegen hinter uns.  Beide Tage haben definitiv viel Spaß gemacht. Hier nochmal zusammengefasst alle wichtigen Informationen:

Gut 40 Kilometer auf unserer Wanderung von Meran zum Gardasee liegen also schon hinter uns. In meinem nächsten Bericht nehme ich Euch mit über die Sprachgrenze ins Italienische und ins Gebiet der Bären, den Naturpark der Brenta-Dolomiten.

Outdoor Blogger Codex Siegel

Bei dieser Reise wurden wir von Eurohike unterstützt. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung jedoch in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikel, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.




7 Kommentare

  1. Hallo Jörg!
    Was für eine traumhafte Tour! Ich glaube, Euer Anreisetag war unser letzter Tag im Vinschgau. Ich habe noch an Euch gedacht, als wir an Meran und Bozen vorbeifuhren!
    Ich bin schon gespannt auf den nächsten Teil. Die Ecke rund um Kaltern habe ich erst letztes Jahr entdeckt. Hat mir auch gut gefallen. Hach, Südtirol ist so toll!
    Viele Grüße
    Carolin

    1. Hallo Carolin,
      da hätten wir uns ja fast getroffen! Wir kannten bislang auch nur den Meraner Höhenweg. Im nächsten Abschnitt geht es nach Molveno. Das war auch super schön.
      Liebe Grüße! Jörg

  2. Lieber Jörg,
    über den Meraner Höhenweg hab ich mal einen Bericht im WDR gesehen – der war gar nicht ohne! Aber die Gegend so schön, dass ch da auch gern mal hin möchte. Zunächst muss ich aber noch etwas fiter werden, um nicht bei jeder Steigung gleich schlapp zu machen 🙂
    Schöner Bericht!
    Gruß
    Aurora

    1. Hallo Aurora,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Ja, der Meraner Höhenweg hat es in sich. Zumal wir damals noch jeweils 10 – 12 kg Gepäck mit uns herum geschleppt haben. Diesmal war es etwas gemütlicher aber heftige Steigungen gab es auch einige.
      Liebe Grüße, Jörg

  3. Holla Jörg,
    was für beeindruckende Fotos, die Burgen sind ja der Knaller.
    Ich hoffe einige Dinge aus Deiner Erlebniswelt auch noch kennen zu lernen.

    Viele liebe Grüße
    Elke

    1. Hallo Elke,

      ich drücke Dir die Daumen denn es ist dort unten wirklich traumhaft schön! Danke für Deinen lieben Kommentar

      Herzliche Grüße, Jörg

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.