Abnehmen mit der App „Überwache dein Gewicht“ – ein Selbstversuch

Ende September schaue ich voller Entsetzen auf die Waage. Ursprünglich wollte ich ein Gewicht unter 80 kg halten. Inzwischen bin ich aber fast 84 kg schwer und fühle mich gar nicht wohl dabei. Und das obwohl ich mich viel bewege. Wie also kann ich mich motivieren, ein paar der lästigen Kilos los zu werden. Schließlich ist es doch schlimm, wenn man vor Weihnachten schon so weit über seinem Wunschgewicht ist, oder?

Mir persönlich helfen ja immer irgendwelche Statistiken, technische Spielereien, etc. Und so komme ich nach kurzem googlen auf eine App namens „Überwache dein Gewicht“. Fast 56000 mal heruntergeladen und überwiegend 5- und 4-Sterne Bewertungen.

„Diese App wurde entwickelt um Personen zu motivieren welche eine Diät und / oder Trainingsprogramm absolvieren, die Ihr gewünschtes Zielgewicht innerhalb einer vorgegebener Zeitspanne erreichen möchten“ (aus der Beschreibung)

Genau das ist es, was ich suche. Also fix aufs Smartphone gezogen und schon kann ich mich an die ersten Eingaben machen. Größe, Geschlecht, Geburtsdatum, Körperbau, etc… und das Wichtigste: in diesen Einstellungen gebe ich Startgewicht, Startdatum, Zielgewicht und Zieldatum ein. Also muss ich mich jetzt offenbaren. Ich gebe mit schlechtem Gewissen 83,4 kg als Startdatum ein. Das mir daraufhin vorgeschlagene Zielgewicht und Zieldatum korrigiere ich selbst weil es mir doch zu ambitioniert erscheint. 77,5 kg möchte ich Ende November haben und das gebe ich ein.

Tja und jetzt? Warten und dann bin ich Ende November am Ziel angelangt? Ne, natürlich nicht. Um wirklich abzunehmen genügt natürlich nicht alleine die App. Was ich noch dazu brauche: eine Waage, Laufschuhe, eisernen Willen und Selbstdisziplin beim Essen, Trinken und Naschen. Das nimmt einem nämlich die App nicht ab.

Regelmäßig Gewicht eingeben – auch wenn es weh tut!

Dafür lobt sie mich regelmäßig, zeigt mir meine Fort- und Rückschritte an und hilft mir so, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich eine Pizza und ein Bier am Abend auf das Gewicht auswirken. Wie es sich niederschlägt, wenn man einmal nicht dran bleibt und ein paar Tage lang nicht die Lauf- oder Wanderschuhe anzieht. Ich lerne, dass ich bei einem 80-minütigem Lauf gut ein Kilo verliere. Ich erfahre, dass die dann aber Abends wieder drauf sind wenn ich so esse wie immer. Und das ich morgens leichter bin als Abends.

Immer schön unter der grünen Linie bleiben

Das von der App angezeigte Diagramm ist somit ein ständiges auf und ab. Ich beiße aber, bleibe bis auf eine Ausnahme immer unter der grünen Linie die den Weg zum Zielgewicht  in der gewünschten Zeit anzeigt. Teilweise sogar weit darunter. Und am 04. November ist es dann soweit. Zum ersten Mal meldet die App „Glückwunsch Jörg“. Nach einer Joggingrunde habe ich es geschafft, ich bin auf meinem Wunschgewicht. Und das fast in der Hälfte der gewünschten Zeit.

Am Ziel angekommen

Die App hat mir zweifelsfrei dabei geholfen. Dabei macht sie ja nicht viel mehr als meine gewogenen Werte auszuwerten und graphisch anzuzeigen. Bei mir hat es also funktioniert, das Abnehmen mit App. Sie war mir eine große Motivationshilfe und hat mir schonungslos den Spiegel vorgehalten. Und wie geht es weiter? Jetzt muss ich den gefürchteten Jojo-Effekt vermeiden. Muss weiter  dran bleiben. Ich überlege ob ich mir vielleicht 75 kg als nächstes Ziel setzen soll? Es geht ja stramm auf Weihnachten zu. Auf jeden Fall werde ich weiter mein Gewicht eingeben und mich jedesmal daran freuen wenn die App sagt: „Glückwunsch Jörg“.

Die kostenlose App für Android lässt sich über Google Play herunterladen und installieren. Auch bei ITunes habe ich sie gefunden, kann aber nicht sagen, ob sie auf dem Eierphone genauso gut und pannenfrei funktioniert wie auf dem Android (ich benutze das Samsung Galaxy S3). Die App bietet folgende Funktionen:

– Verwaltet einzelne oder mehrere Profile
– Eingaben in Kilo oder Pfund, Meter oder Fuss können dargestellt werden
– Berechnet Idealgewicht basierend auf Alter, Grösse, Geschlecht und Körperbau
– Zeigt Ihre Gewichtsabnahme Fortschritt in einer Vollbild Grafik an
– Berechnet BMI (Body Mass Index) 
- Berechnet die tägliche Kalorien zufuhr
– Berechnet Körperfett in Prozent
– Berechnet den totalen Gewichtsverlust
– Berechnet das Verbleibende Gewicht
– Berechnet den durchschnittlichen Täglichen Verlust
– Berechnet den durchschnittlichen Wöchentliche Verlust
– Berechnet den Gesamt Fortschritt
– Ermöglicht ein anderes Gewichte auf einen frühere Termine einzugeben
– Zeigt Ihren täglichen Fortschritt in einem Indikator an
– PIN Sperre für Ihre Privatsphäre
– Zeigt das verbleibende Gewicht auf dem App Symbol
– Mehrere Sprache Auswahl Optionen
– unterstützt auch Englisch, Spanisch, Arabisch und Tschechisch
– Möglichkeit alle bestehenden Daten zu Exportieren
– Integration mit einer Digitalwaage: Wahoo, Withings, Aria

Wie gesagt, die App ist kostenlos. Lediglich eine „Synchronisierungsfunktion“ kann man in der App für 1,02 € kaufen aber ich benötige die nicht. Im Gegenzug zur Kostenfreiheit wird verständlicherweise Werbung eingeblendet welche aber nicht zu aufdringlich wirkt. Ab und zu tippe ich mal drauf denn der Entwickler soll ja auch was davon haben 😉

Es ist noch nicht zu spät vor Weihnachten noch ein paar Pfunde purzeln zu lassen!

9 Kommentare

  1. Danke für den motivierenden Bericht: ich muss meine App auch unbedingt wieder aktivieren und mich davon beim Abnehmen unterstützen lassen. Und noch was: man nimmt bekanntlich nicht zwischen Weihnachten und Sylvester zu, sondern zwischen Sylvester und Weihnachten. Ich kann das bestätigen 😉

    Weiterhin viel Erfolg!

    1. Danke für den Kommentar. Ich bin noch fleißig dabei… zwischen Sylvester und Weihnachten… ja, so kann man es auch sehen ;-)Gruß Jörg

  2. Ich nutze seit einigen Jahren eine Waage von Withings, dazu gibt es u.a. eine App. Die Waage synct via WLAN mit der Site von Withings, kann die Daten dann auch in der App sehen.
    Nebenbei habe ich verschiedene Tracker (Schrittzähler) genutzt, zuletzt den Ox von der o.g. Firma. Seit einem Monat die vivoactive von Garmin. Seit ich diese habe, latsche ich mehr Schritte als zuvor.
    Bis jetzt bin ich bei meinem Wunschgeweicht geblieben, na ja, um 1 kann es mal schwanken. Kommt drauf an, was es so für Anlässe gab/gibt.
    Na ja, Essgewohnheiten habe ich noch nicht umgestellt, dazu esse ich zu gern .

    1. Ah ja, die App die ich hier vorstelle lässt sich ja auch mit Withings verbinden… sehr interessant. Wahrscheinlich ist das die Synchronisation die man für 1.02 Euro kaufen kann. Essgewohnheiten direkt umstellen mag ich auch nicht, ich haue halt im Moment nicht ganz so wild rein!

      Gruß Jörg

  3. Hallo Jörg,

    Mir ging es ähnlich. Ich habe mich für eine Kombination aus „Spielerei“ und App entschieden. Ich habe mir ein Armband zugelegt, was meinen Puls mist und mir aber auch als Schrittzähler und Uhr dient. Ich habe das nun seit ca 6 Wochen und bin sehr zufrieden.
    Was mir bei all diesem technischen Schnikschnak, und ich stehe da total drauf, auffällt. Es kommt nicht darauf an welche App du nutzt, oder welches technische Spielzeug. Alles basiert auf einer ganz einfachen Logik. Du ißt einfach bewusster. Wenn man die App so nutzt wie ich dann gibt man sein Essen ein und sieht ob man mehr Kalorien verbraucht hat als man zu sich genommen hat. Aber das Endziel ist doch eigentlich das man sich gut überlegt ob man noch eine Banane ist, oder ob es die Tüte Chips sein muss die man letzte Woche noch mit ner Flasche Cola beim abendlichen Film so nebenbei reingeschoben hat. Oder selbst ein Glas Wein oder Saft. In Saft ist genau so viel Zucker wie in Cola, nur das Fruchtzucker noch schneller in die Speicher gelangen als Haushaltszucker 🙂 aber das nur am Rande.
    Ich bin auch kein Freund der klassischen Diäten, außer man nimmt es wörtlich. Denn Diät bedeutet nichts anderes wie Ernährungs-,bzw. Lebensumstellung und das auf Dauer. Denn wenn man seinem Körper zu schnell, zu viele Kalos entzieht dann speichert er diese, die dann mal kommen, schneller in den Speichern für das nächste mal wenn wieder nur wenig kommt.. Das ist dann der JoJo Effekt.
    Ich habe seit ich bewusster esse ca 3,5 Kg abgenommen. 10 müssen noch. Nur leider hat es der Schweinehund im Moment leicht mich abends in der Wohnung zu halten. Wenn ich heim komme ist es dunkel, da will man nicht mehr laufen gehen 🙁

    Glaube das war genug geschwafelt. 🙂

    Ich finde es auf jeden Fall sehr gut das du es geschafft hast, das motiviert auch andere weiter zu machen, so wie mich 🙂
    Danke für diesen tollen Beitrag.

    Tobias

    1. Hallo Tobias,

      ja, an so eine Uhr oder gar eine GPS-Uhr habe ich auch schon gedacht. Der Kopf spielt beim Abnehmen eine gewaltige Rolle. Momentan läuft es ganz gut und ich hoffe, das bleibt auch so.

      Danke für Deinen Kommentar!

  4. Respekt, Jörg!
    Ich würde auch gerne ein paar Kilos abnehmen. Aber selbst die beste App würde mir nicht helfen, weil mein innerer Schweinehund noch immer viel zu viel zu sagen hat. Du bist ja eh schon sportlich, da fällt es dir leichter, deine Laufschuhe zu schnüren und loszurennen. Die App werde ich mir aber mal ansehen. Vielleicht überredet sie meinen Schweinehund ja – mit einem ganz besonderen Leckerli. 😉

    Viele Grüße
    Silvana

    1. Hallo Silvana,
      irgendwann muss man einfach mal den Anfang machen. Ich bin auch viel zu oft nachlässig und da hab ich das abtrainierte schnell wieder drauf. Man muss sich wohl auf so eine App einlassen, sonst hilft die auch nicht. Wahrscheinlich würde es auch helfen, sich regelmäßig auf die Waage zu stellen und alles zu notieren. Aber mit der App ist das natürlich eleganter.

      Liebe Grüße aus Limburg!
      Jörg

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