Bock aufs Wandern – auf dem Walserweg von Arosa nach Langwies

Endlich ist er gekommen: mein erster Wandertag in der Schweiz. Heute begeben wir uns auf „die Spuren der Walser“ und wandern von Arosa nach Langwies. Dieses entspricht der Etappe 16 des Walserweges. Von dort werden wir mit der Rhätischen Bahn über das sehenswerte Langwieser Viadukt wieder nach Arosa fahren.

Der Walserweg Graubünden führt in 19 Tagesetappen von San Bernardino im bündnerischen Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg. Der Weitwanderweg erstreckt sich auf historischen, naturnahen Wanderwegen über rund 300 km durch abgelegene Walser Gemeinden und Talschaften und ist mit der Routen-Nummer 35 signalisiert. (Quelle: Walserweg.ch)

Ein schöner Tag kündigt sich an – Blick aus dem Hotelzimmer

Der Blick vom Balkon des Waldhotel National, in dem ich bestens übernachtet habe, ist vielversprechend. Die Sonne scheint auf das Bergpanorama. Herrlich! Das Highlight des Frühstücks sind für mich die im Hotel selbst hergestellten Backwaren, ich hab bislang nur selten solch leckere Brötchen gegessen. Eigentlich schon gut gestärkt, fassen wir unser reichhaltiges Lunchpaket und auf geht´s! Ich starte den Wanderbock (Schrittzähler App mit Gewinnmöglichkeit). Zunächst einmal bergab durch Arosa. Am Untersee bewundern wir den Blick auf das Dofkirchli welches sich harmonisch in die Landschaft und das Stadtbild fügt. Doch allzu lange dürfen wir nicht verweilen, denn es liegen noch einige Kilometer vor uns.

Durch den Wald schlendern wir hinunter zum Stausee Isel. Unsere Wanderführerin Petra warnt uns vor: ab jetzt geht es sehr steil bergauf! Und so ist es dann auch. Es wird etwas schweißtreibend, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel und es lohnt sich. Nach ca. 45 Minuten verlassen wir den Wald und betreten eine hochgelegene Weidefläche. Hier gibt es für mich kein Halten mehr! Wunderschön… die klare Luft, die Bergwiesen, die Kühe, die Aussichten. Ich bin total begeistert.

Unsere kleine Truppe – Blogger unterwegs
Ich liebe es!
Könnt Ihr die frische, klare Luft riechen?
Bergwiesen und Kühe… so ist sie, die Schweiz!

Nach kurzer Zeit erreichen wir die Walsersiedlung Medergen. In diesem Ort mit dem für die Walser typischen Holzhäusern gibt es weder fließend Wasser noch Strom. Hier treffen wir den Schäfer David Zippert der seine Schafherde noch nach alter Walser Bergbauernart hütet. Den Winter verbringen seine Schafe und er in Langwies, im Sommer zieht er mit ihnen hier herauf in die Bergwelt. Das Prädikat „BioSuisse“ zu erlangen war für ihn und seine Bodenalp keine große Kraftanstrengung denn seine Schafherde wurde schon immer auf artgerechte und natürliche Weise gehalten. „So musste ich mich kaum umstellen“ sagt er stolz.

Die Walsersiedlung Medergen – ohne Strom und fließend Wasser
David Zippert zeigt uns seine Bodenalp
Durstig

Schließlich treffen wir auch noch Davids Onkel Hans Mettier, einen ursprünglichen Walser der uns lebhaft und anschaulich aus Geschichten aus der Region und die Historie der Walser vermittelt. Zusammen gehen wir zurück nach Medergen. Wir müssen unbedingt den Ziegenkäse im Restaurant Alpenrose probieren. So sitzen wir auf der Terasse in 2004 m.ü.M. und lassen die Sonne auf uns scheinen!

Unterwegs mit Hans Mettier, einem ursprünglichen Walser
Ziegenkäse – lecker

Doch leider müssen wir weiter. Von Medergen wandern wir Richtung Sapün und wieder verändert die Landschaft ihren Charakter. Und das liegt nicht nur daran, dass ein leichtes Gewitter aufzieht. Die Berge sind jetzt schroffer, Felswände türmen sich vor uns auf. Petra macht eine Herde Hirsche in den Bergen ausfindig. Zum Glück geht es jetzt nur noch bergab. Vor dem immer noch drohenden Gewitter suchen wir Schutz im Berggasthaus Heimeli. Auch dieses Gasthaus bietet Bündner Spezialitäten und zudem Übernachtungsmöglichkeiten.

Hinunter nach Sapün
Berggasthof Heimeli

Dem Sapüner Bach entlang marschiert unsere kleine Gruppe nun hinunter nach Langwies. Dort steht uns noch ein weiteres Highlight bevor: die Fahrt mit der Rhätischen Bahn über das Langwieser Viadukt nach Arosa.

Zurück ging es über das Langwieser Viadukt

Das 284 m lange Bauwerk ist die mit Abstand grösste Brücke der RhB. Sie zählt als Kulturgut von nationaler Bedeutung zu den bekanntesten Brücken der Schweiz und fand als erste betonierte Eisenbahnbrücke dieser Grösse weltweite Beachtung (Quelle: Wikipedia).

Schaut Euch auch mein Video an, dort gibt es noch mehr Bilder:

Fazit: eine herrliche Wanderung für die wir den Outdoorsüchtig-Faktor „4 Sterne“ vergeben. Dabei geht die Tendenz eher zu 5 Sternen. Also quasi 4,5, aber das gibt es ja nicht. Abwechslungsreich, viele Panoramen, Möglichkeiten zur Einkehr, Geschichten und Geschichte… es hat einfach sehr viel Spaß gemacht.

Mehr erfahren ›

Outdoor Blogger Codex Siegel

Diese Reise fand auf Einladung der Tourismusregionen Graubünden, Arosa Lenzerheide und Davos-Klosters statt. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung aber in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikeln, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.

 

Passend zur Wanderung (Amazon-Werbelink):

Mit von der Partie waren:

Vanessa von V´s World

Milos  von der Trendlupe

Andreas von Gipfelfieber und

Frank, Der Outdoor-Tester