Meine ersten Meindl – die Piemont GTX low im Praxistest

Ein leichter, komfortabler, halbhoher Wanderschuh sollte es sein. Und so bestellte ich mir Anfang des Jahres den „Meindl Piemont GTX low“ bei Frankonia. Ich möchte ihn beim Wandermarathon am Donnersberg tragen und so unterzog ich den Schuh in den letzten Wochen einem Praxistest.

Meindl Piemont GTX low

Die Marke

Meindl ist eine Marke mit sehr langer Tradition. Denn Petrus Meindl wird als erster Schuhmacher in Kirchanschöring (Bayern) schon Ende des 17. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Mittlerweile ist Meindl in der 9. Generation und produziert über 1 Million Paar Schuhe, die in die wichtigsten Outdoormärkte der Welt geliefert werden. Berg- und Wanderschuhe werden heute in die Anwendungsbereiche A – D eingeteilt, eine Einteilung die 1976 von Alois Meindl entwickelt wurde. (Quelle: Herstellerwebseite)

Der Schuh

Um es vorweg zu schicken: Der Meindl Piemont GTX low ist ein Wanderschuh für den Anwendungsbereich A. Das heißt, eher ein Schuh für „Lightwalker“ die auf guten Wegen unterwegs sind. Es sollte also niemand auf die Idee kommen, diese Schuhe bei Hochgebirgstouren zu tragen. Sie sind aus meiner Sicht aber ideal für leichte Wanderungen im Flachen und auf leichten Wegen im Mittelgebirge.

Leichter Trekking-Halbschuh (Anwendungsbereich A)

Der Meindl Piemont GTX hat dabei einige Besonderheiten die für mich kaufentscheidend waren. Das Obermaterial besteht aus robustem Leder. Durch das Innenfutter aus GORE-TEX® soll der Schuh atmungsaktiv und wasserdicht sein.  Im Vorderfußbereich ist der Schuh sehr voluminös gearbeitet, so dass man mehr Bewegungsfreiheit für die Zehen hat, in der Ferse aber dennoch recht fest steht. Der Kantenschutz im vorderen Bereich soll die Zehen ausreichend schützen. Das Comfort-Fit Fußbett aus Kork und Vlies ist mit einem dämpfenden „Shock-Absorber“ ausgestattet und die Meindl Comfort Hiker II – Sohle soll abriebfester sein als die Vibram-Sohlen, die ich  von meinen LOWA Renegade her kenne. Da ich doch relativ oft auf Teer unterwegs bin, kein außer Acht zu lassendes Argument.

Macht einen sehr robusten Eindruck

Die Bestellung bei Frankonia

So hatte ich meinen Wunsch-Schuh also bei Frankonia gefunden. Eigentlich habe ich einen „Standard-Fuß“. Damit will ich sagen, dass mir Größe 44 im Grunde immer passt. Also stand einer Online-Bestellung nichts im Wege. Und schließlich hat man ja auch ein Umtauschrecht. Bestellt habe ich am 31.01.2017 und noch am selben Tag bekomme ich die Versandbestätigung. Am 01.02.2017 abends klingelt schon Hermes an meiner Haustür und ich halte das Paket mit den Schuhen in den Händen.

Geliefert in einem „sehr freundlichen“ Paket
Es sind die Richtigen!
Der Blick in den Karton

Der erste Eindruck

Mein erstes Gefühl sagt mir: diese Schuhe sind sehr wertig und sehr robust! Sie fühlen sich allerdings auch schwerer an, als ich es erwartet hatte. Also mal nachgewogen: 541 g wiegt der Meindl Piemont GTX low in der Größe 9,5 (44). Schwerer als meine LOWA Renegade? Nein, die wiegen doch mit 680 g um einiges mehr. Die Farbe spielt bei mir für einen Wanderschuh eine eher untergeordnete Rolle. Ok, Pink muss es gerade nicht unbedingt sein aber ansonsten? Braun-Terracotta wie bei den neuen Meindl gefällt mir allerdings schon immer besonders gut.

Die Farbe gefällt mir schon mal gut
Schutzkappen im vorderen Bereich

Doch viel wichtiger ist der Tragekomfort. Es ist ja doch immer ein gewisses Risiko, Schuhe online zu kaufen und sie nie vorher an den Füßen gehabt zu haben. Also „schlüpfe“ ich hinein und… bin begeistert! Die passen auf Anhieb und ich fühle mich direkt wohl. Das ist bei mir ein sehr gutes Zeichen. Entweder habe ich gleich ein gutes Gefühl oder es wird einfach nix. Ich laufe ein wenig durch die Wohnung und freue mich darauf die Schuhe bald „outdoor“ testen zu können.

Die ersten Gehversuche

unternehme ich dann auf Asphalt  und auf befestigten Wegen. Das sind kleinere Spaziergänge oder auch mal zum Shoppen in die Stadt. Mindestens fünf aber auch nicht mehr als 10 Kilometer. Und es geht sich sehr bequem. Nichts drückt, nichts kneift – so soll es sein. Dann ein Tag mit Dauerregen: absichtlich stapfe ich ab und zu in Pfützen… Weil es „Halbschuhe“ sind, schrecke ich aber vor sehr tiefen Pfützen zurück. Schließlich kann auch das sonst sehr gute GORE-TEX® von oben in den Schuh dringendes Wasser nicht abhalten. Nach diesem verregnetem Spaziergang ist das Oberleder zwar an einigen Stellen etwas dunkel, innen drin ist der Schuh aber noch absolut trocken.

Die können schon ein wenig Nässe vertragen!
Doch Vorsicht: zu tief sollten die Pfützen nicht sein
Einsatz im Dauerregen
Innen sind sie trocken

Wandern im Siebengebirge

Meine erste ausführliche Wanderung mit den neuen Meindl führt mich ins Siebengebirge. Die Wege, die wir dort gehen werden, sind schon etwas oberhalb des für den Schuh angegebenen Anwendungsbereiches angesiedelt. Schon nach den ersten Metern fällt mir auf, wie bequem es sich mit dem Meindl Piemont GTX auf weichem und auch festgetretenem Waldboden läuft. Die Comfort-Fit Sohle scheint sich inzwischen wirklich perfekt meinen Füßen angepasst zu haben.

Und wir bleiben zunächst auch auf leichteren Wegen, für die ja der Schuh scheinbar perfekt geschustert wurde. Auch nach über 10 Kilometern spüre ich keine Druckstellen, alles wie es sein muss. Nach ca. 15 Kilometern kündigt unser Guide Bernd an: „Jetzt seid vorsichtig, es geht bergab und es könnte rutschig werden“. Oha… und ich mit diesen „Schühchen“.

Aber sie schlagen sich auch hier perfekt. Über rutschige Blätter und über Felsbrocken geht es hinunter. Und die Sohle greift gut. Gar kein Problem. Auch im Fersenbereich stabilisiert der Meindl Piemont GTX sehr gut und die Zehen haben beim bergab gehen ausreichend Spielraum.

Hier geht es über „Anwendungsbereich A“ hinaus
Auch auf Stein guter „Grip“

Spezifikationen

Leichter Trekking-Halbschuh (Version low)
541 g (Größe 9,5)
Obermaterial Leder
Futter GORE-TEX®
Comfort-Fit Fußbett aus Kork und Vlies
Comfort Hiker II Sohle
wasserdicht und atmungsaktiv
auch in der Version „mid“ erhältlich
Preis: 179,99 € bei Frankonia

Sonstiges

Den Schuhen liegt ein kleines Heftchen bei, in dem man die Garantiebedingungen und auch eine Pflegeanweisung findet. Dieser kann man unter anderem entnehmen, dass das Fußbett herausnehmbar und bei 30° waschbar ist. Die Schuhe sollten vor dem ersten Tragen imprägniert werden. Zum Reinigen entfernt man die Schnürsenkel und das Fußbett. Danach befreit man die Schuhe unter Wasser mit der Bürste vom Schmutz. GORE-TEX® gefütterte Schuhe sollten nur mit Wasser gereinigt werden und nasse Schuhe nicht an Wärmequellen oder in der Sonne getrocknet werden. Das kleine Heftchen sollte man sich also schon vor der ersten Benutzung der Schuhe sorgfältig durchlesen.

Fazit

Ich habe die Schuhe für den Wandermarathon am Donnersberg gekauft. Die 18 Kilometer im Siebengebirge und auch die zahlreichen langen „Spaziergänge“ hat der Schuh mit Bravour gemeistert. Obwohl ich dabei viel Asphalt gelaufen bin und insgesamt bestimmt schon 150 Kilometer zusammen gekommen sind, ist eine Abnutzung der Sohle und ein sonstiger Verschleiß des Schuhs noch nicht zu erkennen. Ich denke, hier bahnt sich eine lange Freundschaft an. Das Fußbett ist sehr komfortabel, die Sohle griffig. Auch auf Wegen für die der Schuh eigentlich nicht konzipiert wurde, hatte ich ein gutes Gefühl. Und so denke ich, dass mich der Meindl Piemont GTX low auch über den Donnersberg tragen wird.

Fazit: Empfehlenswert

Outdoor Blogger Codex Siegel

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Frankonia entstanden und enthält Werbung. An dieser Stelle vielen Dank! Die Kooperation hat meine Urteil über den Wanderschuh jedoch in keiner Weise beeinflusst.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung bei allen meinen Produkttests, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.




3 Kommentare

  1. Hallo Jörg,
    bei den Qualitätsschuhen steht bei mir auch der Meindl ganz oben. Meine gegenwärtigen habe ich mittlerweile zwei Jahre. Auch wenn sich mittlerweile schon die Sohle löst, Wasser kommt dennoch nicht an meine Füße. 😉
    Wann ich meine ersten Meindl hatte, und was das für welche waren kann ich nicht mehr sagen. Doch komme ich immer wieder gerne hierauf zurück. Wegen der Umknick Gefahr bevorzuge ich jedoch auch lieber die Wanderstifel von Maindl. Auch mit verstauchtem Knöchel/Fußknochen immer einen super Stand und kilometerlanges Laufen in der Stadt, auf unwegsamen Gelände und im Gebirge möglich.
    Herzliche Grüße und bis bald mal wieder.
    Wenn wir das nächste mal wieder in Limburg sind, melden wir uns bei Dir zum Kaffee und Kuchen an. 😉

  2. Hi Jörg,
    ich bin ein großer Meindl-Fan. Seit Dezember besitze ich den Antelao Lady GTX. Ebenfalls mit Comfort fit. Der Schuh ist für den Anwendungsbereich B vorgesehen, was mir persönlich für einen Wanderschuh schon bei leichtem Gefälle wichtig ist. Ich habe ziemlich lose Bänder um den Fuß und neige zum schnellen Umknicken. Bei deinem geschilderten Abstieg mit dem Halbschuh hatte ich schon Schweißperlen auf der Stirn. *lach*

    Für den Sommer habe ich auch einen Halbschuh von Meindl. Den Cuba GTX Lady. Mit dem bestreite meine täglichen Gassirunden und gemütlichen Wanderungen ohne Steigung/Gefälle.

    Liebe Grüße
    Silvana

    1. Hi Silvana,

      danke für deinen Kommentar. Ich komme weiterhin gut mit dem Meindl zurecht. Und ja, so ganz wohl war mir bei dem Abstieg ja auch nicht, das hatte ich ja im Bericht erwähnt. Aber ansonsten topp!

      Liebe Grüße aus Limburg,
      Jörg

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