Wandern in Mecklenburg-Vorpommern: Fischland-Darß-Zingst

Werbung*  Ich schnaufe die 134 Treppenstufen im Leuchtturm am Darßer Ort hinauf. Oben angekommen öffnet sich mir die Tür und ein herrliches Panorama auf die Ostsee, den Weststrand und den soeben durchquerten Darßer Wald. Tief durchatmen und genießen. Meine Wanderreise durch Mecklenburg-Vorpommern hat mich als Erstes auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst geführt.

Fischland-Darß-Zingst: Panoramablick vom Leuchtturm Darßer Ort
Fischland-Darß-Zingst: Panoramablick vom Leuchtturm Darßer Ort

Das erste Mal die See sehen!

Ich war noch nie auf Fischland-Darß-Zingst. Und bei meiner Ankunft am Vorabend war es schon dunkel. Die Halbinsel ist doch ein Badeparadies, also muss doch auch irgendwo der Strand sein? Und vom lichtdurchfluteten, modern eingerichteten Frühstücksraum des Hotels The Grand in Ahrenshoop aus, sehe ich sie dann zum ersten Mal: die Ostsee!

The Grand Ahrenshoop - Frühstücksraum mit Meerblick
Beim Frühstück schon das Meer sehen – herrlich!

Weißer Sandstrand und rohrgedeckte Häuser

Der Blick nach draußen verspricht Sonnenschein und macht Lust darauf, die Halbinsel endlich zu erkunden. Direkt gegenüber des Hotels beginnt der Sandstrand. Den muss ich mir natürlich erst einmal anschauen. Und dann radle ich los. Mit dem Leihrad geht es auf dem Deich entlang hinein in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, welcher einen großen Teil der Halbinsel einnimmt. Zum ersten Mal komme ich in Kontakt mit dem urigen Darßer Wald, in dem weicher Sand sich mit dem Waldboden mischt.

Fischland-Darß-Zingst am Weststrand Ahrenshoop
Weißer Sandstrand bei Ahrenshoop
Darßer Wald
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – im Darßer Wald mischt sich Sand mit Waldboden

Noch eine kleine Verschnaufpause mit Blick aufs Meer. Danach führt mich mein Weg einmal quer über die Halbinsel, bis ich schließlich Born am Darß erreiche. Im früheren Fischer- und Bauerndorf bewundere ich die rohrgedeckten Häuser mit ihren reich verzierten Türen. Und ich statte der Fischerkirche einen Besuch ab. Die Atmosphäre in der kleinen im Holzbau errichteten Kirche zieht mich in ihren Bann. Ich lese die in die Gewölbebalken geschnitzten Bibelsprüche. Weisheiten, die zum Nachdenken anregen. Schließlich fahre ich zum kleinen Hafen weiter und lasse meinen Blick über den Bodden schweifen.

Was der Mensch sät, das wird er ernten

Inschrift Fischerkirche Born am Darß
Blick auf die Fischerkirche Born am Darß
Die Fischerkirche aus dem Jahre 1935 ist ein Schmuckstück
Blick ins Innere der Fischerkirche Born am Darß
Raum zum Innehalten und Nachdenken

Schilf, Seebrücke und ein Hochufer

Ein Bodden ist laut Definition ein flaches buchtartiges Küstengewässer. Und an diesem entlang radle ich nun weiter. Eine steife Brise weht mir entgegen und ich muss deutlich stärker in die Pedale treten. Diese Küste ist ganz anders als der Weststrand. An der schilfgesäumten Uferlinie fühlt man sich mittendrin in der Natur. Vorbei am kleinen idyllischen Yachthafen Altenhagen erreiche ich das Ostseebad Wustrow, wo ich wieder zum Weststrand wechsle. Ich lasse das Rad stehen und schlendere über die Seebrücke. Ich beobachte die Möwen und lasse meinen Blick in die unendliche Weite der Ostsee wandern: Urlaubsfeeling!

Blick auf den Bodden in Born am Darß
Der Bodden – Schilf und Natur statt Sand und Strandkorb
Ostseebad Wustrow - auf der Seebrücke
Ostseebad Wustrow – auf der Seebrücke

Und dann setzt das Hochufer noch einen obendrauf. Ich fahre an steilen Abbruchkanten entlang. Eine Treppe bietet mir Gelegenheit, zum Strand hinunter zu gehen. Ob ich einen Hühnergott oder gar Bernstein finde? Und das alles an einem Vormittag. Voller Eindrücke komme ich wieder in Ahrenshoop an und bin gespannt auf den Nachmittag.

Hochufer Fischland-Darß-Zingst
Wellengang am Hochufer

Uriger Wald, Dünen und ein aussichtsreicher Leuchtturm

Denn am Nachmittag hält das Fischland-Darß-Zingst ein besonderes Highlight für mich parat. Die Wanderung zum Leuchtturm Darßer Ort. Vom Parkplatz in Prerow aus wandere ich zunächst durch den urigen Darßer Wald. Wie aus dem Nichts taucht er plötzlich auf: der backsteinrote Leuchtturm im äußersten Norden der Halbinsel. Er gehört zu den ältesten der deutschen Ostseeküste und ist heute noch in Betrieb. Ich schnaufe die 134 Treppenstufen hinauf. Oben angekommen öffnet sich mir die Tür und ein herrliches Panorama auf die Ostsee, den Weststrand und den soeben durchquerten Darßer Wald.

Fischland-Darß-Zingst Leuchtturmweg Wegweiser
5,2 Kilometer durch den Darßer Wald zum Leuchtturm
Blick auf den Leuchtturm Darßer Ort
Der Leuchtturm am Darßer Ort gehört zu den ältesten der deutschen Ostseeküste

Nach einem kurzen aber aufschlussreichen Besuch des Natureums, so heißt das kleine Museum im Leuchtturm, setze ich meine Wanderung über den herrlichen Weststrand weiter fort. Am äußersten Nordzipfel angekommen geht es nicht mehr weiter: Nationalpark – Kernzone! Überhaupt, das gelbe Schild mit der schwarzen Eule habe ich bisher noch nie so oft gesehen, wie auf meiner Wanderreise durch Mecklenburg-Vorpommern.

Schild Kernzone Nationalpark am Sandstrand
Hier geht es nicht mehr weiter
Rundwanderweg Leuchtturm Darßer Ort
Der Wanderweg ist gut ausgeschildert

Was danach folgt, versetzt mich regelrecht in einen Glücksrausch. Auf einem gefühlt kilometerlangen Holzbohlensteg wandere ich durch eine einzigartige Dünenlandschaft. Auch hier könnte man ewig schauen und entdecken. Ein wahres El Dorado für Vogelkundler und sonstige Naturfreunde. Immer wieder auf Holzbohlen, diesmal durch das Schilf, erreiche ich schließlich erneut eine lange Strandpassage. Ganz nah am Wasser entlang geht es nun wieder zurück nach Prerow. Die gut 11 Kilometer lange, abwechslungsreiche Wanderung, hat mich in ihrer Gesamtheit begeistert.

Bohlenweg Darßer Ort
Auf dem Holzbohlenweg durch die einzigartige Dünenlandschaft
Vögel im Fischland-Darß-Zingst
Gelegenheit zur Vogelbeobachtung

Ein Tag auf der Halbinsel – mein Fazit

Wie gut man auf Fischland-Darß-Zingst baden kann, hatte sich vor meiner Wanderreise durch Mecklenburg-Vorpommern auch bis zu mir herumgesprochen. Aber auch leidenschaftliche Wanderer und Radfahrer wie mich weiß die Halbinsel zu begeistern. Die Wanderung zum Leuchtturm am Darßer Ort ist definitiv ein “Muss” wenn man auf der Halbinsel ist. Und auf dem Rad sieht man besonders viel von der Fischland-Darß-Zingst. Das Radwegenetz ist gut ausgebaut und auch ohne Elektromotor lässt es sich bequem radeln. Ein Tag war definitiv zu kurz um alles zu sehen. Hier muss ich eines Tages nochmal hin!

Weiterführende Informationen über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst findet Ihr hier.

Bank am Weststrand Fischland-Darß-Zingst
Fischland-Darß-Zingst – einfach wanderbar!

Fischland-Darß-Zingst: Diashow und Disclaimer

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Outdoor Blogger Codex Siegel

*Zur Recherchereise Panorama-Wandern in Mecklenburg-Vorpommern  wurde ich vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern eingeladen. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung jedoch in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung bei allem, was ich schreibe, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.

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7 Kommentare

  1. Hallo Jörg,

    toller Bericht und wirklich schöne Fotos hast Du dort geschossen!
    Man kann in MV (meiner alten Heimat) und speziell auf dem Darß, wie Du ja auch geschrieben hast, übrigens auch wunderbar radeln oder durch den Darßer Urwald mountainbiken! Eine wunderbare Radtour durch MV ist die auf dem Ostseeradweg (Travemünde – Usedom), auf dem man auch über den Darß radelt, man sollte es allerdings nicht in den Sommerferien tun, denn da ist die Halbinsel leider hoffnungslos überlaufen. Ich habe einen schönen dazu: https://draussenlust.de/radfahren/2018/fahrradtour-auf-dem-ostseeradweg-von-warnemuende-auf-den-darss/

    Viele Grüße
    Alex von Draussenlust.de

    1. Hallo Alex.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, es war wunderschön dort. Ich denke gerne an die Zeit zurück, ist schon wieder so lange her.

      Herzliche Grüße, Jörg

  2. Hach, da bekommt man ja gleich wieder Fernweh, auch wenn ich erst im Sommer in der Ecke Barth und Zingst war.

    Tolle und abwechslungsreiche Ecke, die Mecklenburgische Boddenlandschaft, Ostseeküste, Insel Rügen. weite Landschaft, tolle Strände, beeindruckende Seebäder. Manchmal fühle ich mich dort wie in einem Wimmelbuch. Auch wenn man schon oft dort war, gibt es immer wieder etwas zu entdecken oder erleben.

    Liebe Grüße
    Kai

  3. Ja, FDZ ist toll! Ich bin gerade gestern aus Ahrenshoop zurückgekommen und bin noch am Sonntag am Grand Hotel vorbeispaziert Die ganze Landschaft ist faszinierend, wobei der Darßer Ort mit dem Nothafen für mich auch das I-Tüpfelchen vom Highlight ist!
    Aber um alles richtig genießen zu konnen, braucht man wirklich länger als einen Tag. Ich bin nie unter einer Woche da. Das wäre mir sonst zu stressig

    1. FDZ – schöne Abkürzung! Der Name an sich ist ja doch ein wenig sperrig. Ja, ein Tag ist definitiv zu wenig aber ich habe es trotzdem genossen. Und von dort aus ging es nach Rügen weiter. Das war auch klasse.

      Liebe Grüße und wieder einmal vielen Dank für Deinen Kommi!
      Jörg

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