Von Meran an den Gardasee – Bergwelten und „Grande Finale“ in Riva

Das malerische Molveno hat uns begeistert. Aber das was uns in den nächsten drei Tagen auf unserer Wanderung von Meran an den Gardasee bevorsteht, wird es noch toppen. Zunächst einmal durchwandern wir einen Teil der Brenta Dolomiten und danach geht es in großen Schritten dem Gardasee entgegen. Dort erwartet uns das „Grande Finale“ an einem der beliebtesten Reiseziele überhaupt.

Angekommen am Ziel – der Gardasee

Durch den Brenta Naturpark

Auf diesen Tag habe ich mich sehr gefreut. Wir geben unser Gepäck an der Rezeption des Alpotel Venezia ab und begeben uns direkt zur Talstation der Bergbahn  Molveno. Mit herrlichem Blick auf den See schweben wir hinauf zum Pradel. An der Bergstation sind wir schon auf einer Höhe von 1350 Metern. Da das Tourenbuch für heute eine Wegstrecke von knapp 15 km vorgibt, entschließen wir uns, den Umweg über die „La Montanara Hütte“ zu nehmen. Hier auf über 1500 Metern studieren wir die Panoramakarte und genießen die Aussicht über den Naturpark Brenta. Gigantisch!

Seilbahn inklusive
Blick auf den Lago Molveno
Was für ein Panorama!
Der Umweg über die „La Montanara Hütte“ hat sich gelohnt

Aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was folgt. Wir steigen wieder zum im Tourenbuch erwähnten Panoramasteig hinunter und wandern am Fuße des Croz Altissimo zur gleichnamigen Hütte. Von hier aus können wir den Weg hinauf zum Croz di Salvata schon erkennen. Puh, das scheint ein steiles Stück zu werden. Das ist es dann auch aber es lohnt sich.

Auf dem Panoramaweg
Dieser Anstieg liegt noch vor uns
Gut ausgebaut und gesichert
Bergauf!

Immer wieder bleiben wir stehen um uns an den eindrucksvollen Aussichten zu erfreuen. Fast ist es ein wenig schade, dass wir schon bald die Hütte Croz di Salvata erreichen. Denn diese markiert auch den höchsten Punkt  unserer Wanderung.

Die Brenta-Dolomiten in ganzer Pracht
Ausblicke ohne Ende
Über diese Brücke…
Rifugio Croz die Salvata

Nun wandern wir einen kleinen Klettersteig hinunter. Gut, dass es trocken ist, denn bei Regenwetter wäre der Weg wohl ziemlich knifflig. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier auf jeden Fall unabdingbar. Noch einen wunderschönen Blick zurück haben wir an der  Malga Andalo – Hütte. Und dann geht es ziemlich steil und anstrengend hinunter zum Molveno-See.

Nun geht es einen kleinen Klettersteig hinunter
Immer schön festhalten
Gut, dass wir das erst unten gesehen haben
Rifugio Malga Andalo

Der Weg von dort zum Lago die Nembia ist dann aber sehr gemütlich. Am dortigen Café (nicht unbedingt empfehlenswert, es dauert alles sehr lange) warten wir auf den Bus der uns nach Comano bringen soll. Er kommt mit einiger Verspätung. Die Busfahrt selbst ist allerdings ein Erlebnis – es geht durch enge Kurven mit tollen Ausblicken. Der Fahrer hat die Klimaanlage auf Stufe „Gefrierfach“ gestellt. Uns frieren fast die Arme ab. Aber der Fahrer muss bei einer solchen fahrt natürlich kühlen Kopf bewahren also sei es ihm verziehen.

Lago Molveno
Herrliches Wetter… und das 7 Tage lang!
Angekommen am Lago die Nembia

Leider hat der Bus unterwegs noch mehr Zeit liegen lassen, so dass wir sehr spät am Hotel Comano Cattoni ankommen. Wir freuen uns, dass der Gepäcktransport unsere Koffer wieder zuverlässig angeliefert hat, beziehen unser gemütliches Zimmer und erfreuen uns an einem erstklassigen Abendessen im Hotel. Boah… was haben wir uns voll gefuttert. War aber auch lecker!

Das Comano Cattoni Hotel
Hier werden wir gut schlafen

Dem Gardasee entgegen

Freitag Morgen, der letzte Tag Wandern steht an. Wir haben sehr gut geschlafen und werden nach einem üppigen Frühstück abgeholt. Wir lassen uns in Abweichung vom Tourenbuch schon in der Ortschaft Lomaso absetzen weil wir die Wanderung durch das Tal „Val di Lomasone“ noch zusätzlich mitnehmen wollen. „Die meisten „Eurohiker“ wollen am liebsten gleich bis Riva mitfahren“ erfahren wir von der wirklich sehr zuvorkommenden Fahrerin. Wir nicht, unsere Lust aufs Wandern ist noch lange nicht gestillt.

Welcome? Nein leider schon wieder ein Abschied
Die Wanderung durch das „Val die Lomasone“ wollen wir uns nicht entgehen lassen

Und die Wanderung durchs Tal beginnt beeindruckend. Gegenüber ragen Felswände hoch hinauf. Hinauf müssen wir nun auch nochmal. Die Passhöhe „Sella Calino“ ist zu überwinden. Vom Rifugio San Pietro werden werden wir ihn zum ersten Mal sehen: den Gardasee. Schneller als gedacht sind wir oben. Leider ist der Blick auf den Gardasee heute etwas „vernebelt“. Trotzdem: ein tolles Gefühl! Wir haben es so gut wie geschafft. Nur noch den Berg hinunter. Zum Greifen nah…

Schon bald geht es wieder bergauf
Bergwelten!
Und da ist er! Der Gardasee! Geschafft!

Wir lassen uns aber zunächst nochmal im Rifugio nieder und feiern unsere Leistung mit einem alkoholfreien Weizen. „Nur für erfahrene Wanderer“ – so lautet dann sinngemäß der Warnhinweis vor dem Weg hinunter nach Tenno. Doch gut, dass wir „alkoholfrei“ gewählt haben. Aber der Weg ist nicht so schlimm. Es gibt eine kurze Passage auf der wir uns an einem Seil festhalten müssen.

Oha… nur für Experten?
Rifugio San Pietro
Und wieder aufpassen
Nicht mehr weit
Historische Gemäuer

Und auch sonst geht es gemächlicher zu als beim langen Abstieg zum Lago Molveno am Tag zuvor. Wir wandern durch ein idyllisches Dörflein und erreichen Tenno mit der Burg die zwar eindrucksvoll aber leider nicht zu besichtigen ist.

Tenno
Zwei glückliche Wanderer
Die Burg in Tenno – leider kann man sie nicht besichtigen

Laut Tourenbuch nimmt man ab hier am besten den Bus um sich den Weg durch die Vororte zu ersparen. Bus? Nein, wir wollen zu Fuß in Riva ankommen. Das ist eine Frage der Ehre. Die Vororte werden schon nicht so schlimm sein. Durch Olivenhaine steigen wir hinab nach Varone und nehmen von dort einen Radweg zum Gardasee. Dieser beginnt zwar sehr schön, zieht sich aber scheinbar endlos. Und so qualmen uns dann doch noch gehörig die Socken bis wir endlich am Strand ankommen. Hier stehen wir nur inmitten der Badenden, in voller Wandermontur, und sind stolz  auf uns.

Schon zum Greifen nah
Vororte? Na, beginnt doch ganz gut
Yeah!
Während andere baden

Eurohike hat das Hotel Antico Borgo für uns ausgesucht. Eine gute Wahl. Es liegt mitten in der Stadt aber doch nicht mitten im Trubel. Den davon gibt es an diesem Wochenende genug in Riva. Die „Notte di Fabia“ hat viele Gäste in die Stadt gelockt. Theatervorführungen und Konzerte. Nach dem Abendessen genießen wir das italienische Flair am Ufer des Gardasees. Hoch oben am Berg sehen wir hell erleuchtet eine kleine Kapelle. Und schon da reift ein Entschluss…

Hotel Antico Borgo
Italienisches Flair am Gardasee
„Blaue Stunde“
Party!
Die „Notte di fabia“ zieht viele Gäste an

Feuerwerk zum „Grande Finale“

Der Entschluss, den nächsten Tag auch noch zum Wandern zu nutzen. Wenn man schon mal hier ist. Die kleine Kapelle „Santa Barbara“, die wir gestern Abend hoch am Berg gesehen haben, ist das Ziel des heutigen Tages. Zwischenziel ist erstmal die Bastion. Schon von hier aus haben wir einen überragenden Blick auf Riva. Wir schlendern ein wenig durch das historische Gemäuer.

Vom See…
…geht es wieder bergauf
Blick auf Riva
In der Bastion

Nun wird es richtig schweißtreibend, denn es geht noch steiler bergauf als es bis zur Bastion sowieso schon war. Warum tun wir uns das an? Warum legen wir uns nicht einfach an den See und lassen es uns gut gehen? Die Aussicht an der Kapelle gibt uns die Antwort. Der tiefblaue See, die Ruhe… es ist einfach herrlich. Das ist, was wir so am Wandern mögen. Dem Trubel entfliehen, die Natur genießen.

Einfach klasse
Santa Barbara
Von ganz da unten sind wir gekommen
Und müssen natürlich auch wieder hinunter

Doch auch italienische Nächte haben etwas. Zum Abschluss der „Notte die Fabia“ gibt es ein gigantisches Feuerwerk in Riva. Dieses Feuerwerk kommt uns vor wie das „Grande Finale“ eines tollen Wanderurlaubes. Noch eine Nacht im Antico Borgo, noch ein letztes Frühstück. Mit etwas Wehmut sitzen wir schließlich im Eurohike-Kleinbus und fahren zurück nach Meran… vorbei an den  Olivenhainen, den Apfelbäumen, den Weinbergen, den Burgen… Die Woche ist wie im Fluge vergangen.

Riva in freudiger Erwartung des Feuerwerkes
Es geht los
Grande Finale!

Outdoor Blogger Codex Siegel

Bei dieser Reise wurden wir von Eurohike unterstützt. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung jedoch in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikel, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.




6 Kommentare

    1. Auch Dir vielen Dank für den Kommentar Verena! Die Reise war einfach traumhaft und ich könnte auch schon wieder losziehen. Liebe Grüße, Jörg

  1. Boah welch eine Wonne die Bilder zu gucken und welch heftiger Gedanke an „nachmachen“ kriecht da in mein Wanderherz!!!! Vielen Dank für diese wahnsinns Eindrücke, lieber Jörg!

    LG Elke

    1. Hallo liebe Elke. Vielen Dank für den tollen Kommentar. Du? Ich würde auch am liebsten gleich wieder los wandern… Liebe Grüße, Jörg

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