Wanderung zu den Jöriseen – blaue Augen in urgewaltiger Gebirgslandschaft

Selten hat mich eine Wanderung mehr beeindruckt als die Wanderung zu den Jöriseen. Nur wenige Kilometer von Davos entfernt zeigt sich die Natur hier in einer ursprünglichen und urgewaltigen Form. Hier herauf führt keine Straße, keine Seilbahn bringt Massen von Touristen auf den Gipfel, keine Berghütte versperrt den Blick auf den See. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Die Jöriseen – blaue Augen in urgewaltiger Gebirgslandschaft

Aber irgendwie muss man ja hinkommen: zusammen mit unserer Bergführerin Petra nehmen wir in Davos den Postbus, der uns bis zum Wägerhus bringt. Von hier aus geht es nun ausschließlich auf Schusters Rappen weiter. Und gleich zu Beginn machen wir reichlich Höhenmeter. Der kleine Wanderpfad schlängelt sich vom Wägerhus (2207 m) bis hoch hinauf zum Jöriflüelafurgga (2723 m). Den Namen dieses Bergpasses hätte ich wohl eher nach Island verortet als in der Schweiz.

Der Aufstieg zum Pass ist aufgrund seiner vielen Aussichten ein Genuß

Und auch die Landschaft ähnelt eher skandinavischen Gefilden. Immer wieder schweift mein Blick in die Ferne… auf die schon schneebedeckten Gipfel und die karge, ursprüngliche Felslandschaft im Vordergrund. So stelle ich mir Bergwandern in seiner reinsten Form vor. Mein Herz springt vor Freude als wir schließlich den Jöriflüelafurgga erreichen. Die Sonne lacht mit uns um die Wette, es ist aber auch eisig kalt.

Am Pass angekommen

„Schaut, da hinten sind sie…“ ruft Petra. Wir schauen und staunen. Ja, da sind sie: blaue Augen inmitten dieser ursprünglichen Gebirgslandschaft. Die Jöriseen liegen rund 200 m tiefer als der Jöriflüelafurgga. Und da wollen wir jetzt hinunter. Der Abstieg ist nicht einfach, man sollte schon einigermaßen trittsicher sein. Ich halte mich am Drahtseil fest und folge den anderen. Dann wird der Weg wieder einfacher. Über Steine erreichen wir schließlich die Seen.

Die Jöriseen

Unten angelangt ist Zeit für eine ausgiebige Pause. Hier sind wir etwas windgeschützter und die Herbstsonne wärmt uns. Herrlich ruhig ist es hier! So könnte ich es ewig aushalten. Doch Petra hat noch etwas Programm für uns. Wir wollen weiter zum Berghaus Vereina. Bis dorthin geht es zwar nur noch bergab aber es ist noch ein ganz schönes Stück Weg.

Das blaue Herz der Zauberberge 😉

Und so brechen wir auf. Ein herrlicher Blick ins Vereinatal, eines der schönsten Hochtäler Graubündens, bietet sich uns. Durch dieses Tal wandern wir dem Gasthaus entgegen, halten immer wieder an. Ich mache unzählig viele Fotos. Fast 6 Kilometer folgen wir dem Vereinabach hinunter. Wasserfälle, kleine Schluchten, die Farben ändern sich, es wird wieder grüner. Rechts die Röställispitz und die Unghürhörner, links von uns Gorihorn und Pischahorn – beeindruckende Bergwelten! 

Blick ins Vereinatal

Und dann kommen wir am Berghaus Vereina an. Boah… das ist ja toll gelegen. Von der Terrasse hat man einen klasse Ausblick. Hinauf in Richtung Jöriseen und ins Tal Richtung Monbiel hinunter. Und die Speisen sind für Schweizer Verhältnisse gar nicht mal so teuer. Also ein toller Platz um eine gelungene Wanderung bei einem regionalen Bier standesgemäß ausklingen zu lassen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier übrigens auch.

Das Berghaus Vereina – traumhaft gelegen

Wir aber fahren mit dem Vereina-Bus, der zwischen Vereina-Haus und Klosters verkehrt (Anmeldung erforderlich), hinunter nach Klosters. Und von dort mit der Rhätischen Bahn wieder zurück nach Davos. Im Morosani Post Hotel angekommen, nutze ich erstmal Schwimmbad und Wellness. Hier kann man so herrlich die Seele baumeln lassen. Im Pöstli Corner schließlich gönne ich mir ein Schnitzel vom Bierschwein und der Tag ist perfekt

Verdienter Lohn

 

Eine echte „5-Sterne“-Tour

Outdoor Blogger Codex Siegel

Diese Reise fand auf Einladung der Tourismusregionen Davos-Klosters und Val Poschiavo statt und wurde von der Rhätischen Bahn, den Schweizerischen Bundesbahnen sowie der Deutschen Bahn unterstützt. Dafür meinen allerherzlichsten Dank! Die Kooperation mit dem Veranstalter hat meine Berichterstattung aber in keinster Weise beeinflusst und ich gebe hier ausschließlich und ehrlich meine persönlichen Eindrücke wieder.

Transparenz und Offenheit sind mein Credo und somit Verpflichtung beim Verfassen aller meiner Artikeln, dazu habe ich mich durch das Unterzeichnen des Outdoor Blogger Codex verpflichtet.

Weitere Wandertipps in der Region findet Ihr auf der Seite von Davos Klosters. Und hier noch ein Video meines Mitwanderers Milos:

Passend zur Wanderung (Amazon-Werbelink):

Eine weiteres Highlight auf dieser Medienreise war die Wanderung ins herbstliche Val di Campo. Und wer mal etwas anderes als Wandern ausprobieren möchte, dem empfehle ich eine Biketour mit der Bike Academy Davos.

Mit von der Partie waren Milos  von der Trendlupe, Andreas von Gipfelfieber und Frank, Der Outdoor-Tester




8 Kommentare

  1. Hallo Marc
    Vor etwa 2 Jahren war ich selber bei den Jöriseen und sie gehört ebenfalls zu meinen absoluten Top-Favoriten. Schöne Bilder hast du gemacht! Bei uns war die Stimmung ähnlich – Herbst, mit erstem Schnee. Die Magie dieser Landschaft hat uns total eingenommen.

    Etwas weiter weg und von der Länge her ein anderes Kaliber, aber Landschaftlich auch fantastisch war der John Muir Trail in Kalifornien – https://baerenkralle.wordpress.com/jmt/. Kann mir vorstellen, dass dir der auch gefallen würde…

    Grüsse aus der Schweiz

    1. Hallo in die Schweiz! Schön, dass Dir mein Beitrag und die Jöriseen auch gefallen haben. Und den John Muir Trail schaue ich mir gleich mal auf Deinem Blog an.

      Herzliche Grüße aus Limburg, Jörg (Marc war der, dem es an den Jöriseen nicht so sehr gefallen hat wie uns)

  2. WoW, auch wenn die Wanderungen von der Länge her nicht unbedingt allzu lag ist, Ist die Natur doch wohl sehr beindruckend. Es ist wirklich schön zu sehen das man nicht alleine ist mit der Liebe zur Natur und damit das man solche gegend zu schätzen weiß.
    Danke dafür

    1. Hallo Steffen,

      ich danke Dir für Deinen Kommentar. Ja, die Wanderung ist nicht lang aber dafür hat sie einiges an Höhenmetern zu bieten. Und die Natur dort oben ist einfach traumhaft.

      Beste Grüße, Jörg

  3. Lieber Jörg,
    ich war selbst vor einigen Jahren an den Jöriseen unterwegs und auch gegenüber auf dem Flüela Schwarzhorn. Ich muss sagen, dass ich die ganze Gegend dort auch als ungewöhnlich karg aber somit gleichzeitig auch sehr langweilig und trostlos empfand. Insgesamt war es für mich nicht unbedingt ein Highlight dort zu wandern.
    Es ist aber schön zu sehen, dass es jemanden gibt, dem so eine Landschaft gefällt und der sich gut daran erfreuen kann.

    1. Hallo Marc,

      hmm… wir waren zu fünft unterwegs und alle gleichermaßen begeistert. Vielleicht lag es an der herrlichen Sonne, an den tollen Farben die sich in Berghängen zeigten? Oder daran, dass für mich als „Mittelgebirgler“ eine solche Landschaft eben etwas ganz besonderes ist. Keine Ahnung. Aber das ist ja, was ich bei meinen „Sternen“ auch schreibe: das ganze ist rein subjektiv und meine Bewertungen kommen aus dem Bauch heraus.

      Liebe Grüße aus Limburg,
      Jörg

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